Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
37
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AA. Nr. 86. 37

Fortunius, mit der Dedication an Pietro Cabello. Bartsch VIII. 13 be-schreibt es nicht so ausführlich, als Zainctti im Cabinet Cicognara No. 52.In Siena schnitt Andreani wahrscheinlich auch ein von Bartsch undZanetti nicht erwähntes Blatt, da es die Dedication: A Fabio Burnsdj Nobil. Senese, trägt. Dieses seltenste Blatt des Meisters stellt Ti-zian's berühmtes Bild im Vatican dar, die seclis Heiligen, oder S. Nicolabetitelt. Wir haben nach Weigcl, Kunstkatalog No. 13,914h, auch imAllgemeinen Künstler-Lexicon unter Tiziauo Vecelli Nachricht darübergegeben. Boldrini hat dieselbe Darstellung in Holz geschnitten, maudarf aber Andreani's Blatt nicht für einen zweiten Druck von derHatte des Boldrini nehmen, wie diess die italienischen Forscher überTizian's Holzschnitte gethan haben. Andreani übertrug das Bild vonder Gegenseite. Bei ihm steht St. Catharina links, bei Boldrini rechts.Auch ist ein Unterschied in der Grösse; Andreani's Blatt ist 15 Z.»och, und 19 Z. 8 L. breit, jenes von Boldrini 13 Z. 8 L. hoch, und18 Z. 8 L. breit. Dann setzte Andreani rechts unten seinen undTizian's Namen darauf.

Nach 1598 finden wir den A. Andreani in Mantua. Hier schnittW in neun Blättern den Triumph des Cäsar nach A. Mantogna, welchervon vier Platten gedruckt ist, und zu den merkwürdigsten Formsehnitt-werken des 16. Jahrhunderts gehört. Zu den neun Blättern mit demFriese gehört ein Titel- und ein Schlussblatt. Das erstere, das seltensteY0n allen, zeigt von drei Platten gedruckt die Büste des HerzogsVinccnzo Gonzaga von Mantua mit dem Lorbeerkranze auf einem Consol,Und unter diesem Bildnisse ist eine viclzeilige Inschrift. Das Schluss-'>latt enthält sechs corinthische Säulen, welche zwischen die Abtheilungendes Frieses gesetzt werden können, wenn nämlich die Blätter der Länge"ach zusammengefügt werden. Es reichen aber die sechs Säulen nichtaus, und somit wurde die Hälfte auf einem anderen Blatte wiederholt.Das Formschnittwerk enthält demnach im complctten Zustande 12 Blätter.Das letzte mit drei Säulen hat das Monogramm des A. Andreani und<lie Jahrzahl 1598. Br. 17 Z. Bartsch, P. gr. XII. 18, gibt von derInschrift des Titelblattes nur die drei ersten, und die beiden letztenZeilen, sie ist aber so wichtig für das Verständuiss des VerhältnissesAndreani's zu seinem Protektor Gonzaga von Mantua, und für dessenwickkehr in's Vaterland, dass Zanetti, Cabinet Cicognara p. 53, die-selbe vollständig geben zu müssen glaubte. Der dedicatorischc Titelschliesst mit den Worten: BEKNARD. MALPITIUS PICT. MANT. F.MANTUAE MDXCVIIII., und Bartsch schliesst daraus, dass B. Mal-pizzi Mantegna'S Fries wenigstens in Helldunkel gezeichnet, wenn ernicht zugleich auch die Umrisse unmittelbar auf die Holzplatten ge-macht hat. Allein wir wissen durch Zani, dass der Maler Malpizziauch einen Kunsthandel trieb, und der auffallende Schluss der Inschriftberechtiget daher eher zu der Annahme, dass der Buchstabe F. nichtFficit, sondern Formis bedeute. Wir haben daher die Adresse desVerlegers in einer Form, wie sie zu jener Zeit öfters vorkommt. Manna t zwar den Andreani von jeher nur als einen gewöhnlichen Form-schneider behandelt, es ist aber kein Grund vorhanden, ihm die Fertig-keit des Zeichnens abzusprechen. Als wirklicher Kunsthändler erscheintp ' r i wie oben bemerkt, erst von 1602 an, und somit kann Malpizzi wohlder Verleger des Frieses nach Mantegna seyn.

Zu den eigenhändigen Formschnitten des Künstlors zählt Zanettiauch einige Blätter ohne Datum, wie die Grablegung Christi nach JosephScolari, und die Anbetung der Könige nach B. Luini, letztere als einWerk aus Andreani's Jugendzeit. Den Todtenkopf_, und das Blatt mit" e r römischen Courtisane nach A. von Eyb's poetischer Perle dürfteMonogrammisten. 8