2 ' Initialen. A. Nr. 2.
eine Heuschrecke ist. Bartsch erklärt diesen Stich für eine Arbeitans Dürcr's erster Zeit, und denkt an keine Copie eines älteren Vor-bildes. Andere schreiben dieses nnserm Meister A zu, so dass alsoDürer nur den Mönch und das Buch weggelassen hätte. Wieder andere,aber die Minorität, sprechen die Madonna mit der Heuschrecke demA. Dürer ganz ah, und denken an einen französisiroudon Meister derspäteren Zeit, da auch das Monogramm die gewöhnliche Form desDürcr'schcn Zeichens nicht hat. Allein wer kennt die Leistungen diesesMeisters aus dem 16. Jahrhunderte so genau, dass ein sicheres Urtheilgefällt worden kann ? Wir glauben, dass Düror's Stich das Vorbild zuder Copic ohne Zeichen, sowie zu jener des Israel van Meckenen sei.Der Nachstich des letzteren beweiset jedenfalls, dass die Arbeit in dasfünfzehnte Jahrhundert falle, da Israel zu Anfang des sechzehnten starb.A. Dürer hat aber das Watt des Meisters A. höchst wahrscheinlich vor-gefunden , und selbes mit Weglassung des Mönches im Stiche copirt.Vielleicht ist dieser A. Albrecht Dürer der Vater, welcher nach dem Ge-ständnisse des Sohnes ein „künstlicher reiner Mann" war. A. Dürer sen,arbeitete längere Zeit, in den Niederlanden, zog 1455 gen Nürnberg undgründete 1407 mit Barbara Ilaller, der Tochter des berühmten Gold-schmiedes Ilieronymus einen eigenen Heerd. Der alte A. Dürer bliebvon dem Einflüsse der niederdeutschen Kunstrichtung sicher nicht frei,und auch die heil. Familie mit, dem betenden Mönche trägt das Geprägederselben. Die Bestellung der Platte ging wahrscheinlich von irgendeinem Kloster aus, die Copisten Hessen aber den Mönch weg, so wiedas Buch, welches der heil. Jungfrau zu Füssen gelegt, und wahr-scheinlich als ein Geistesprodukt dos Mönches zu betrachten ist.
Ausser der heil. Familie mit der Heuschrecke kennt Passavant auchnoch eine Madonna mit dem Kinde, und ein paar Scenen des Todtcntanzcsvon dem Meister A., wir können aber keine nähere Beschreibung davon geben.
Dagegen ist im Cataloguede la süperbe collection d'cstampcs laisseepar feu Mr. II. Weber. (Par F. II., i. c. F. Ileimsneth). Leipzig 1855,p. 1, auf ein sehr altes Blatt aufmerksam gemacht, welches den seeligenTod des reuigen Sünders vorstellt, nach der Art der Darstellungen inden xylograpliischeu Ausgaben der Ars moriendi. Im unteren Theileliegt der Sterbende auf dem Bette, vor welchem ein Tisch mit Medica-menten steht. ZnHaupten ist ein Engel mit der üaudrolle, auf welcherman liest: hie hnmo peceavit , rnorims veniam, rogilavit. Zu seinenFüssen steht der Teufel und erfüllt, das Zimmer mit Geschrei. Ausder Fratze an seinem Hintern geht eine Bandrolle mit den Worten:hane animam posro, quam pl.cnam criminibus nosco. In der Mitte amBette reicht ein Mönch dem Sterbenden die brennende Kerze, und gegen-über hält ein anderer mit der Brille auf der Nase ein Buch. Hinterdem Bette zählt man acht Personen aus der Familie des Scheidenden,und rechts füllt einer der Erben mit Beihülfe des Teufels bereits dieTasche. lieber ihm steht: raptor. In Mitte des Blattes sieht manChristus am Kreuze, an welchen der reuige Sünder die lctztcujjlorterichtet: in manus tuas domine commendo spirilum meum. Links^Bietdie heil. Jungfrau und drückt mit der Rechten eine der Brüste mit denWorten: hane r/nia sueeisli fili veniam promernisti. Rechts sprichtSt. Bernhard mit dem Kreuze: o Aomo securum aecessum habes antedeurn, mater ostendit filio peclus, et vulnera filius ostendit palri , salvevulnera, ibi nulla potest esse repulsa. Der Heiland macht die Rechtevom Kreuze los, legt sie auf die Brustwundo, und richtet nach demoben in Wolken erscheinenden Gott Vater die Worte: vulnera cernepaler, fae quae rogitat mea virtus. Auf dem von diesem ausgehendenSpruchband steht: fili petita dabo , quae vis, tibi nulla negabo. Unter