Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
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Initialen. A. Nr. 3—4. 3

dem Engel links vom Vater liest man: te deum laudamus, und unterjenem rechts: in te dominum confitemur. Die ganze Handlung gehtunter einem grossen Baldachin vor. Die Inschriften stehen auf flie-genden Zotteln, welche in ihren gothischen Charakteren schwer zu lesensind. Links unten in der Ecke ist ein grosses A, ähnlich dem obigen.H. 9 Z. 6 L. Br. 6 Z. 10 L. '

Diese Darstellung stimmt mit keiner derjenigen in den xylogra-phischen Werken der Ars moriendi. Hr. Heimsoeth erklärt sie als dasProdukt eines der Brüder des gemeinsamen Lehens, ungefähr in derWeise jenes allegorischen Kupferstiches, welchen Hr. von Sotzmannim deutschen Kunstblatt 1850 Nr. 10 beschreibt. Der Künstler, einMönch, dürfte nach der Ansicht des letztgenannten gelehrten Kunst-kenners den am 27. März 1482 erfolgten Tod der Maria von Burgund,Gemahlin Maximilians L, zu einer Allegorie gewählt haben. Auf demim Kunstblatte beschriebenen Blatte ist nämlich eine in der Grubeausgestreckte Leiche zu sehen. Nach der Erklärung der Darstellung,welche Hr. Sotzmann gibt, kann aber das Jahr 1482 nicht als jenes derEntstehung des Blattes genommen werden, da er eine der vorkommendenFiguren für jene des 1493 verstorbenen Kaisers Eriedrich III. hält.

3. Andreas Gessner, Buchdrucker in Zürich, welcher um 1590thätig war, soll nach Christ (Monogrammen-Er-klärung S. 92) das erste Zeichen geführt haben,und zwar auf Vignetten und Titelblättern. UnsersWissens kommt es aber nur in zweiter Eorm vor,und dann bleibt es dahin gestellt, ob diese Holz-schnitte von Gessner selbst herrühren. Das Mono-gramm ist wohl nur sein Buchdruckcrzeichen.

4. Andreas Müller, Zeichner und Maler, wurde 1830 zu Stephans-Rottcnberg im Landgerichte Sonthofen geboren, undzu München unter Leitung des Professors Moriz von

'Schwind herangebildet. Er gehört zu den talent-vollsten Künstlern der Münchener Schule, besondersin der historischen Composition. Mehrere seinerZeichnungen sind durch den Formschnitt bekannt,namentlich durch die Familien-Chronik, welche 1852 bei Braun & Schneider,den Verlegern der fliegenden Blätter, erschien. In diesem Verlage er-schienen auch viele schöne Bilderbögen, die nach Müller's Zeichnungen inHolz geschnitten sind. Die meisten tragen das kleinere der obigen Zeichen.Die grösseren findet man auf schönen Holzschnitten einer Eolge vonzwölf Blättern mit Darstellungen aus dem Leben bayerischer Fürsten,welche 1852 bei Braun & Schneider erschienen: 1) Der Einzug desChurfürsten Maximilian Joseph IV., nachmaligen Königs, geschnittenvon Blanz 1852, gr. Eol. 2) König Maximilian I. rettet aus den Trüm-mern eines eingestürzten Hauses den Glaserlehrling Eraunhofer (denspäter berühmten Optiker), geschnitten von Blanz 1852, gr. Fol. EineFolge von biblischen Darstellungen im ersten Hefte der christkatholi-schen Bilderbogen zur Belehrung und Erbauung. München, in der xylo-graphischen Anstalt von K. Braun & Schneider 1855, Fol. Auf jedemBlatte sind vier Darstellungen abgedruckt. Auf den meisten findet mandas kleine Zeichen, weiss oder schattirt. A. Müller hat aber auch alsMaler bereits Proben eines entschiedenen Talentes an den Tag gelegt.jMeistor in der Composition, und als Zeichner ohne Tadel entwickeltKr einen ebenso glücklichen Farbensinn. Im Jahre 1850 begleitete erden Herzog von Meiningen nach Italien, und dieser Fürst übertrugihm in Rom anch die Ausführung von Gemälden.