T I. Nr. 716 — 719. 149
716. Tony Johannot, Haler, Zeichner und Kupfersteeher, geb. zuT<T Offenbaoh 9. Nov. 1803, gest. ZU Paris 4. Aug. 1802.T.T / J-J - Kr war der dritte Spross einer Künstlerfamilio. SoinVater, Froncois J., war Zeichner und Lithograph; anfänglich in Offen-baoh, gpilter in Paris thätig. Ebenso waren seine boidon Brüder,Charles und Alfred J., Kupferstecher und Malor. Tony betlnitigte sichzurrst als Kupferstecher, indem er seinom Bruder Alfred bei seinenArbeiten half. Von Blättern, die er allein stach, sind die „verlassenenKinder", nach Ary Schoffer zu nennen. Später, um 1831, trat or alsMaler mit Historienbildern odor mehr nur historischen Genrebildernauf, die, boi dorn mangelhaften Studium des Künstlers, oino strongeroZeichnung und gewissenhaftere Durchführung dos Dotails vermissenlassen , jedoch dabei nicht ohne Wahrheit und Anmuth sind. Einendurchgreifenderen Erfolg denn als Maler erzielte or als Illustrator.Ueberaus zahlreich sind die Zeichnungen, Eadirungon otc, dio or zuDichtorn und Historikern, wie auch für dio periodische Untorhaltungs-litoratur schuf. Glücklich erfunden, leicht und geistreich ausgeführt,sind die Blätter von gefälligster Wirkung.
Ohigo Zeichen des Künstlers flndon sich u. A. auf vorziertou An-fangsbuchstaben in: „La Noel, Souvenir pour 1841. Paris et Loipsic."
717. T. Basset de Jolimont, einer der ausgezeichnetsten Paliio-
graphen Frankreichs, componirte einen grosson Theil
T<T- T"<J. I ' 1 ' 1 ' verzierten Anfangsbuchstaben im sechston Theile
*r\r »7-r — von Bahol's „Pnblication do la Sociötö des gens de
lc</ /-^'w/. lettres. Paris, J. Uonouard 1840". Diese Initialen
sind von A. Gerard in Holz goschnitten, und mohrore
sind wie obon bezeichnet. Dor Buchstabe c, mit dem Grafen Egmont
auf dem Blutgerüste, ist mit dorn Buchstaben g bezeichnet.
718. Diese Buchstaben bedeuten Titian invenit und sind auf
folgenden Stichen zu finden:
T. I. Zunächst auf einem radirten Blatte von Fr. Mola, welches
_ T eine stehende nackte weibliche Figur, deren Haupt mit Blumen
' ' geschmückt ist. darstellt. Den landschaftlichen Hintergrund
durchsieht ein Eluss, auf «reichem man ein Boot bemerkt. Dio Buch«
stabon T. I. sind unten rechts, ebenso die Signatur des Stochers: Pro.
Mola fe. H. 7 Z., Br. 6 Z. Das Blatt ist von Bartsch beschrieben.
Ebenso giebt os zwei Landschaften eines unbekannten Stochers mitobigen Zeichen: Das eine Blatt zeigt einen Hötondon Hirten mit seinerBeerde; rechts einen Fluss mit zwei Booten, Die Buchstabon sind untenrechts auf einem Steine angebracht. — Das zweite Blatt enthält einewilde Landschaft mit dem heiligen Hieronymus, welcher vor einemKruzifix botet. Die Buchstaben unten rechts. Beide Blätter haben6 Z. 1 L. Br. u 3 Z. 8 L. H.
Noch findet man die Buchstaben T, I. in obgenannter Bedeutungauf einem kleinen Stiche nach Tizian, die Anbetung dor Hirton dar-stellend. 8° in der Breite, Mit dem aus den Buchstaben N N gebil-deten Monogramm des Niccolo Nelli. Derselbe Gegenstand ist auchvon N. Boldrini und Q. Boel gestochen werden.
719. Nach Beller's Monogrammenlexikon wären diese Buchstaben
auch mit Tiarini invenit zu erklären. Doch sagt Heller nicht,
T. I. wo er dio Signatur fand Alessandro Tiarini, geb. 1677 zu
Bologna, gest. ebenda 1058, hat zahlreiche Werke hinter-