Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
1048
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1048 A. Nr. 2525.

betreffenden Münzherren durch den Buchstaben A ihre Namen ange-deutet haben. Schlickeysen zählt 24 münzberechtigte Personen auf,der Buchstabe A ist aber auf den Gcprägen immer durch Grösse undSchwung so hervorgehoben, dass man darunter keinen Medailleur oderMünzmeister vermuthen kann. Für den Numismatiker und Münz-sammlcr ist aber die Deutung dieses Buchstaben von Wichtigkeit, unddii'se verweisen wir auf Schlickeysen. Die durch den Buchstaben Aangedeuteten Länder, Städte und Münzstätten dürften für uns eherin Betracht kommen, da man öfter einen Stempelschneider oder Münz-meistor vermuthen könnte. Der gothische Buchstabe A auf Münzender Ostangeln ist ein eigenthümliches Zeichen dieses Volkes. Aufschwedischen Ilohlmünzen bedeutet A ,.Abo", auf norwegischen Münzendes Mittelalters „Aslo", auf cöhüschcu und corveischen mittelalter-lichen Münzen „Mar borg", auf englisch - französischen Münzen fürAquitanien ,,Agen", auf Münzen des Woiwoden Elias I. von derMoldau (1433 1447) ,, Akkiorman" , auf Nothmünzen von 1473„Alcmar", auf französischen Münzen von 1539 „Paris", auf Münzendes Fürsten von Dombes, welche in Trevoux geprägt wurden, fälsch-lich „Paris", auf Münzen des Herzogthums Nevers ebenfalls zurTäuschung „Paris" , auf kleinen schwedischen Ilohlmünzen „Arosia",auf ungarischen Münzen „Allia regia" oder „Agria", auf Münzen desGrafen von Mark „Altena", auf sachsen-altenburgischen Kippermünzen„Allstaedt", auf montfort'schcn Münzen von 1703 — 1726 „Längen-argen", auf markgräfiioh brandenburgischen Münzen für die GrafschaftSayn 1747 — 1764 „Altenkirchen", auf Münzen mehrerer Münzständedes schwäbischen Kreises „Augsburg", auf preussischen Münzen seit1750 „Berlin", auf bayerischen Münzen von 1763 — 1795 „Amberg",auf österreichischen Münzen seit 1765 „Wien", auf Münzen derrömischen Republik von 1798, 1799 u. 1849 „Ancona", auf k. griechi-schen Münzen von 1833 „Paris", auf Münzen von Sachsen - Weimar,der Herzoge von Anhalt, der Fürsten von Rcuss, Schwarzburg,Waldcck, Lippe-Detmold &c. seit 1840 „Berlin", auf hannoverischenMünzen seit 1834, während der Erledigung der Münzmeisterstello,„Administration", auf Schweizer - Münzen von 1850 „Paris". Vcrgl.Schlickeysen, Erklärung der Abkürzungen auf Münzen &c. S. 40.

Folgende Künstler und Beamte zeichneten A :

Angerfelder, Münzmeister in Wien 1415 — 1420.

Alexander Levingstoun, Münzmeister des Königs Jakob III. vonSchottland 1460-1488.

Alexius Turzo, Oberst - Cammcrgraf in den Bergstädten Nieder-Ungarns 1500 — 1526.

Andreas Tympe, Munzmeiitw in Lüneburg 1643—1648, Wardciuin Rostock 1650, Münzmeister daselbst 1659—1660. Er ist wohl nichtjener Andreas Tympf, welcher 1646 Münzmeistcr in Fraustadt war,und von 1652—1667 die Münze in Posen in Pacht hatte. Die gering-haltigen Münzen aus jener Zeit nennt man „polnische Tympfen".Andreas Tympe bediente sich auch des gothischen A.

Arlani, Wardein in Sicilien 1684—1735.

Magnus Gustav Arbien, Stempclschncidcr in Copenhagen um1732-1759.

Daniel Jensen Adzer gehört zu den berühmtesten dänischenStempelschncideru seiner Zeit. Zu den Hauptwerken zählt die6 8 /s Loth schwere Denkmünze auf die Gründung der Akademieder schönen Künste in Copenhagen 1754, die Medaille zum Andenkenan das Indigcnatsgcsetz 1776 &c. — Adzer starb 1808.