962 CB. Nr. 2299.
rufung auf Baglione. Dieser Schriftsteller sagt aber nur, dass Gobboim Pontificate Urban VIII. (1623 — 1644) gestorben sei.
Obige Zeichen findet man auf den radirten Blättern dieses Meisters.Brulliot und Heller geben sie in einer etwas abweichenden Form, wiees Oberhaupt bei Corden nach Copien der Fall ist. Wir haben aberdie beiden ersten Monogrammen über den Originalen durchgezeichnet,das zweite erscheint aber meistens gekritzt, und wenn man die obereVerbindung der beiden senkrechten Linien nicht genau in's Augefegst, so könnte B II vermuthet werden, wio Bartsch es gethan zuhaben scheint, da er auf der Monogrammentafel HB gibt. Das dritteZeichen fügt Brulliot I. No. 830 bei, sowie ein anderes, welches ausPB besteht, und von unserm zweiten auch insofern abweicht, als diebeiden senkrechten Linien unten geschlossen sind. So wie die Mono-grammen oben gegeben sind, wird sie der Unkundige für CB, wenigerfür CPB nehmen, da man eigentlich „P. P. Bonzi Cortoncse'lesen muss.
Gori Gandcllini, Ileincckc, Iluber, Malpe und Bryan &c. deutendiese Zeichen auf Orazio Borgiani, dessen Monogramm aber aus// // besteht, und mit obigem nichts gemeia hat. Bartsch P. gr. XVIII'p. 130 schreibt die Blätter mit jenen Zeichen dem Jakob Cavedonczu, gibt aber HB mit dem Schnörkel vorn ia der Art, wie unserzweites Monogramm, welches aber oben geschlossen ist. Die von ihmbeschriebenen Blätter stellen No. 1 den Engel mit dem jungen Tobias,No. 2 die hl. Familie mit St. Anton und St. Catharina, und No. 3die Taufe Christi dar, letztere mit dem ersten Zeichen links unten.Brulliot war der erste, welcher diese Radirungen dem P. P. Bonzivindicirte, und zwar nach einer handschriftlichen Notiz des bekanntenKunstkenners Mariette. Doch beruft sich auch Bartsch für Cavedoncauf eine Handschrift Marietto's, welche aber früheren Datums ist,als jene, deren Brulliot erwähnt. Jedenfalls passt das Monogrammeher auf Bonzi, als auf Cavedonc. Auffallend sind indessen etlicheradirte Landschaften mit dem Namen „Gobbo", worunter wohl Bon»zu verstehen ist. Sie sind in einer anderen Weise behandelt, alsdie von Bartsch beschriebenen Blätter, doch nur als Skizzen zubetrachten.
Nachträge zum Pclutre-gravcur von A. Bartsch.
1) Landschaft mit Bäumen, in welcher Tobias mit dem Engelgeht. Der Fluss, aus welchem er den Fisch gezogen, durchschneidetquer das Blatt, und am Ufer liegt ein langer Baum. Unten nachlinks ist das zweite Zeichen, aber nur gekritzt, nicht stark einradirt-H. 5 Z. 9 L. Br. 8 Z. 6 L.
2) Die Predigt des Täufers Johannes. Er sitzt rechts in einemkleinen Gehölze. Vor ihm bei einem Baume bemerkt man fünf Zu-hörer, und zwei andere fast in der Mitte des Vorgrundes. Links ioder Ferne fahren fünf Männer im Kahne auf dem Flusse. Das zweiteZeichen ist links unten. II. 5 Z. 7 L. Br. 8 Z. 6 L.
3) Die hl. Familie in der Landschaft bei einem grossen Baumesitzend. Im Mittelgründe nach links steht ein altes Gebäude » u 'dem Felsen, und nach rechts in der Ferne bemerkt man hohes Ge-birge. Unten im Vorgrunde rechts ist das Zeichen. H. 5 Z. 8 l>-Br. 8 Z. 6 L.