948 CAR. Nr. 2251.
2251. C. A. Renesse, Zeichner und Radirer, hatte einen Zcit-•T. genossen, Namens J. Renesso, und man kann boido, wenn nicht^"^ unmittelbar zu den Schillern Remhrandt's, doch zu den geist-reichsten Nachahmern desselben zählen. Ihre Blüthczeit fällt um1651 — 1669. Ausserdem kennt man den C. A. Ronesse nur durcheinige seltene Radirungou in der Weise Remhrandt's, und den J. B e *nesse durch landschaftliche Zeichnungen und Radirungen. Die hol-ländischen Schriftsteller sind über diese Künstler noch sehr imUnklaren.
Wir haben im Künstler - Lexicon XII. S. 555 von der Hand desC. A. Renesse sechs radirte Blätter beschrieben, worunter aber nurein einziges das gegebene Monogramm trägt. Auf den anderen Blät-tern ist es mit dem Namen verbunden. Ein mit CRfec. bezeichnetesBlatt folgt unten. Zur Ergänzung des Artikels im Künstler - Lexiconbeschreiben wir folgende Blätter, welche mit Ausnahme von No. 1daselbst nicht vorkommen.
1) Die halbe Figur eines Mannes mit Barret von vorn gesehen.Er legt die linke Hand mit dem Griffel auf den Tisch, und daherkann man annehmen, dass der Künstler sich selbst vorgestellt habe.Links unten ist das Zeichen, und dio Jahrzahl iOSl gibt die Zeitder Entstehung an. H. 2 Z. 11 L. Br. 2 Z. 7 L.
Dieses Blatt ist sehr selten, besonders im Actzdrucke. Späterwurde mit der Schneidnadel nachgeholfen.
2) Ein Gelehrter am Schreibtische sitzend, auf welchem vierFolianten und ein Vcrgrösserungsglas liegen. Die rechte Hand ruMauf einem offenen Buche, und in der anderen hält er eine Feder.Brustbild in 3 / 4 Ansicht nach links. Der mit dem Monogramme ver-bundene Name steht unter einem der Bücher. Hauptblatt des Meisters.H. 9 Z. 3 L. Br. 7 Z. 6 L.
Die zweiten Abdrücke unterscheiden sich von den ersten dadurch,dass die Hand, welche die Feder hält, vorn im Kleide ruht. Fernerist die Platte mit der kalten Nadel überarbeitet, und unten ein«2 Z. 3 L. hohe Platte angefügt, in welcher folgende Verse einge-stochen sind:
Magni patica viri 1 antrat, in irnagine tmlturn
Qui pirtii oeulit, ore HJiNUSSK referl.
Lingua diterta tatet, tatet urbi eugnila virlu*
Invidiam tuperam zelui, amore beut
Si gratut cupü ene Deo, ti nomine clarui
Et vita et scriptis hunc imitare virum. .
3) Ein Knabe mit aufgestülptem Federhute, wie er mittelst eine*Strohhalmes aus einer kleinen Muschel Seifenblasen macht. Er i*tim Brustbild vor einer Balustrade sichtbar, und darüber hinaus blicktman in eine schöne, mit Bergen begrenzte Ebene. Am Pfeiler rechtshinter dem Knaben steht der mit dem Monogramme verbundene Nam eund die Jahrzahl Midi. II. 4 Z. HL. Br. 4 Z. '/, L-
4) Die Beschneidung des Jesuskindes, fast nur im Umriss radirt»Der Priester im Talar und mit der Mitra steht links des Blattes, undauf der Treppe rechts bemerkt man Zuschauer. Unten rechts: J- ?■Berendrech ex., links: Rembrandt fecit. H. 7 Z. 10 L. Br. 6 Z. 1 &•
Bartsch, Oeuvre de Rembrandt II. p. 97 No. 7, tadelt den Mr-Gersaint, dass er dieses Blatt dem Rembrandt zugeschrieben hab«'Es ist wahrscheinlich von der Hand des C. A. Renesse. Im erstenDrucke fehlt dio Adresse des Berendrecht.