936 CAF. Nr. 2211 —2212.
Links untnn bemerkt man das Monogramm des Meisters. II. 6 Z. 6 L.Br. 4 Z. 10 L. Coselano verräth in diesem Blatte geringe Uebung,und es wird daher aus der frühen Zeit desselben stammen. Unterdem Monogramm ACL findet man Nachricht über die Holzschnittedos Meisters.
2211. Jacopo Caraglio? Nach Heinecke, Nachrichten von Kunst-ßfl- lern IT. S. 102, findet man dieses Zeichen auf einem alten Kupfer-*3* Stiche, in welchem der genannte Schriftsteller die erste Idee zuRafacl's Schule von Athen im Vatikan erkennen will. Bartsch XV.p. 81 No. 67 betitelt das Blatt „Schule eines alten Philosophen", undZani erkennt darin eine Andeutung der Sonncnfinsterniss beim Todedes Heilandes. Mit Rafacl's Schulo von Athen kommt das Blatt inkeinem Falle überein, und ob ein Philosoph oder ein Astrolog vor-gestellt sei, mag dahin gestellt bleiben. Aufschluss konnte die obenauf der Tafel stehende Inschrift geben, allein nach Bartsch ist nurdas Wort Deut deutlich zu lesen. Zani will aber eine Stelle ausDionysius Areopagita entziffert haben, nämlich die "Worte: Aut. Deu>-patilur. aut. lala, mundi. machina. destruilur. Daraus schöpfte nunZani den Titel der Sonncnfinsterniss beim Tode Christi. Dass der altePhilosoph oder Astrolog über einen unbekannten Gott nachsinnt, be-weiset die Inschrift des Altares im Grunde: ü. 1GNOTO DionysiusAreopagita begriff durch St. Paulus diesen Dcus ignotus. Die Com-position schreibt man bald dem Rafael, bald dem Parmiggiano zu, esist aber wohl keiner von beiden der Urheber. Ebenso ist das Blattnicht von Marco Antonio gestochen, wie Bottari behauptet. Aufschlussüber den Stecher sollte HI das Monogramm gehen, welches nachHeinecke am Schemmel des links sitzenden Philosophen stehen soll-Dieser Schriftsteller gibt, wie bemerkt, in seinen Künstlernachrichtcndas obige Monogramm, welches aber von dem Zeichen in dessenDictionnaire des artistes I. p. 396 so sehr abweicht, dass man die Ge-nauigkeit eines Facsimile nicht vermuthen kann. Bartsch weiset dftSvon Heinecke gegebene Zeichen auch wirklich zurück, indem er be-hauptet, es stehe am Schemmel das Monogramm des Jacobo Caragliovon Verona. Wir müssen daher, falls nicht zwei verschiedene Abdrückevorkommen, in dem von Heineckc gegebenen Monogramme eine will'kürlichc Composition vermuthen, indem das Zeichen des J. Caraglioaus den ineinander gestellten Buchstaben AV und dem darunterstehenden 1besteht, wie No. 1539 zu ersehen ist. Das erwähnte Blatt lag un«nicht vor, und daher unterstellen wir der Autopsie das Referat. Nachllcinccke ist der Kupferstich 5 Z. 7 L. hoch, und 5 Z. 10 L. breit-Bartsch, welcher das Blatt entschieden dem J. Caraglio zuschreibt,hatte ein verschnittenes Exemplar vor sich, und daher setzt er:H. B Z. 2 L.? Br. 5 Z. 7 L, Ob aus der Ungleichheit der Dimen-sionen auf zwei verschiedene Blätter zu schliesscn sei, wagen w> rnicht zu bestimmen.
2212 Gaspar ab Avibus, Gabriel Fesls, oder Jacques Androuet dui/F Cerceau ? Dieses Zeichen findet man auf einem grossen Kupfer'QCT stiche nach Rosso Rossi, einem der Hauptmeister der Schul*von Fontainebleau. Marie kniet vor dem Pulte auf einem Kissen link'in einer Art Vestibül. Gegenüber kniet der verkündende Engel m>tder Lilie in den auf der Brust gekreuzten Händen. Ihn begleiten vieleEngel, und von dem oben schwebenden hl. Geiste geht ein Lichtstran'über die Gestalt der Maria. Am Piedestal einer Säule steht: ROtS-FL. 1NVENT., und links unten in der Ecke das obige Monogramm-II. 10 Z. Br. 17 Z. 6 L.