Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
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900
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900 BV. Nr. 2096.

und ein viereckiger Zierrahmen umgibt das Ganze. II. 4 Z. 9 L.Br. 3 Z. 9 L.

Auskunft über den fraglichen Monogrammisten gibt uns vielleichtfolgendes Werk: Neue Künstliche Figuren liiblischer Historien grünllichvon Tobia Stimmer gerissen — durch J. F, G. M. (Johann Fischart ge-nannt Menzel). Hasel bei/ Thoma Gwarin MD.I.XXVl, 4. In der Vor-rede sagt Fischart, dass ihn Gwarin ersucht habe, Verse zu den bibli-schen Bildern zu machen, und dass ihm dabei auch sein SchwagerBcrnard Jobin behiilflich gewesen sei. Ueberdiess bemerkt Fischartnoch, dass Jobin ,,selbst solche Figuren zum schneiden vnd trucken helfenfärligen". Da nun also B. Jobin beim Figurenschnitte und beimDrucken Hand anlegte, so könnte das Monogramm nicht aus ß V,sondern aus ß I bestehen, und auf B. Jobin sich beziehen. Zahl-reich sind die Blätter mit diesem Monogramme nicht. In den neuenbiblischen Historien nach T. Stimmer ist nur Ein Blatt von ihm,Esther vor Ahasverus vorstellend. Auch in der Uebersetzung desJoseuhus Flavius, mit Holzschnitten nach Tobias Stimmer, Frankfurt1571, ist nur Ein Blatt. Vier Blätter sind in der Uebersetzung desLivius und Florus, nach Zeichnungen von T. Stimmer. Andere Blät-ter sind in Dr. Martin Lutber's Bibel - Uebersetzung mit Illustrationennach Jost Amman. In der Fcyerabend'schcn Ausgabe von 1564, fol.,findet man: Joseph von den Brüdern in die Cisterne gelassen, dieAnbotung des goldenen Kalbes, und Acham's Strafe durch Josua.Diese Blätter kommen auch in späteren Ausgaben der Bibel vor. InJ. Amman's illustrirtem lateinischen Livius, Francofurti impensis etopera Georgii Corvini, Sigism. Feierabenti et IJaeredum Wygnndi Gulli15(30, fol., findet man: Horatius Codes auf der Brücke, und Alluciusmit seiner Geliebten vor Scipio's Thron. Einige Stöcke wurden auchfür spätere Werke benutzt, so dass Abdrücke zu wiederholten Malenvorkommen.

Bernhard Jobin, welchem wir das gegebene Zeichen mit mehrRecht zuschreiben dürften, als dem Hans Bocksberger jun. von Salz-burg, hatte im Jahre 1570 in Strassburg bereits eine Druckerei, sowieüberhaupt viele alte Formschneider Offizinen errichtet hatten. Zuseinen früheren Leistungen in der Xylographie gehören demnach dieBlätter in: BIBLIA. Das ist: Die Ganlzc Heylige Schrift, Teutsch.ü. Martin Luther. — Gedruckt zu Frankfurt am Mayn 1564: 2 Bände,fol. Dieselben Holzschnitte sind auch in den Folio-Ausgaben von 1565und 1566, sowie in der Quart-Ausgabe von 1569, alle aus dem Ver-lage von Georg Raben, Sigmund Feyerabend und Weygand Ilan. ImJahre 1573 erschienen in seinem Verlage: Accuratae Effigies Ponlificummax. — iisq. sing. Pontif. elogia etc. ab Onuphrio I'anvino. — Eygcn-wissenliche unnd wolgedenkwürdige Contrafeytungen, oder Antlitzgestaltungeder Hämischen Piipst, an der Xahl 2(1. Künstlich angebildet. Teutsch be-schrieben von J. Fischaert. Strassburg, II. Jobin 157,'}, fol. Die Zeich-nungen zu diesem schönen und merkwürdigen Buche fertigte TobiasStimmer, und von Chr. Stimmer, T. Gwarin und B. Jobin sind dieBildnisse geschnitten, keines der Blätter des letzteren trägt aber dasZeichen. Dass er indessen fortan die Formschneidekunst geübt habe,beweiset Nicolaus Nehrlich jun., welchen er 1580 in die Lehre nahm.Auch Joachim Camcrarius gibt ihm in der Vorrede zu dem von ihmvermehrten Kräuterbuchc des P. A. Mathioli d. d. 20 Februar 15liC>das Zeugniss eines Formschneiders. Kein Blatt aber trägt das Mono-gramm des Künstlers. Als Buchdrucker scheint er das Monogrammzuletzt weggelassen zu haben, da auf seinen Druckwerken der Namesteht. Diess ist der Fall mit den: Novae Tobiae Stimmeri tacrorum