Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
841
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BM. Nr. 1959. 841

für Bartolomco Montagna einige Stiche ausscheiden, wenn auch keinealte Quelle ihn als Kupferstecher nennt. Plinige Blätter sind aberohne Zweifel nach seinen Zeichnungen gestochen, wie das erwähnteOpfer Abraham's, B. No. 1, die hl. Jungfrau von Engeln umgehen,B. No. 5, der hl. Ilieronymus, B. No. 13, die unten beschriebenehl. Catharina, und der streitsüchtige Bauer. Henedetto's Thätigkeitbeschränkt man aber jetzt nicht mehr auf etliche Gemälde und aufeine Anzahl von Kupferstichen; er soll auch viele Zeichnungen zurIllustration von Büchern gegeben haben, welche zu Anfang des 16. Jahr-hunderts in Venedig gedruckt wurden. Wir haben unter dem Buch-staben .b. No. 1613 auf einige Werke hingewiesen, möchten aberglauben, dass nur der kleinste Theil von ihm illustrirt sei. Unter b. M.No. 1965 machen wir auf zwei Titelvignetten aufmerksam, welche viel-leicht BOT KenatniM der Xylographien dieses Meisters einen Anhaltspunktgeben. Mit Zeichnungen zum Holz- und Metallschnitte scheint sichaber dieser Künstler weniger beschäftiget zu haben, als BartolomeoMontagna, da die nicht unbeträchtliche Anzahl von Kupferstichenseine meiste Zeit in Anspruch genommen haben musste. Passavant(Deutsches Kunstblatt 1850, S. 302) stellt es zwar nicht in Abrede,dass Benedetto in einzelnen Fällen um Zeichnungen angegangen wurde,glaubt aber auch, dass er öfters von Mctallschneidcrn ohne Anfragebenutzt worden sei. So findet sich die unten beschriebene Gruppeder beiden Jäger bei dem erlegten Hirsch in einer grösseren Compo-sition eines Metallsehnittes auf Blatt 110 »>■ in der Ausgabe der Meta-morphosen des Ovidius, welche 1505 zu Parma, und 1509 mit den-selben Illustrationen zu Venedig wieder erschien. Wenn Benedettodie Zeichnung zu jener Darstellung wirklich geliefert hat, so erscheinter nicht im vortheilhaften Lichte, indem die genannten Figuren beimVergleich mit dem Kupferstiche in Zeichnung und Bewegung miss-lungen sind. Kein Metallschnitt der Metamorphosen trägt das Zeichendes Künstlers, sondern nur jenes des unbekannten Formschneiders /. A.,welcher vielleicht das Plagiat beging. Andere Werke, welche Holz-und Metallschnitte nach Zeichnungen Benedetto's enthalten sollen,haben wir im Künstler-Lexicon erwähnt, und auch unter dem Buch-staben .6. No. 1613.

Bartsch P. gr. XIII. p. 332 ff. beschreibt 33 Kupferstiche von B.Montagna, und darunter sind 15 mit B M. bezeichnet. Das Verzeich-niss bei Bartsch ist aber nicht vollständig, und daherigeben wir hiereinen Anhang von Blättern, welche dem IS. Montagna mit Sicherheitoder mit grosser Wahrscheinlichkeit zugeschrieben werden können.Supplemente zum Peintrc - graveur haben wir aber auch im Künstler-Lexicon gegeben, so dass wir hier nur vervollständigen. Bezüglichder gegebenen Initialen des Meisters ist zu bemerken, dass sie mitgeringer Abweichung auf den Blättern wiederkehren. Nur in denTrennungszeichen findet einiger Unterschied statt, indem das voran-stellende manchmal fehlt. Die Buchstaben li M ohne Trennungszeichenstehen auf dem Blatte mit dem Bauer und seinem Weibe, und aufetlichen anderen Stichen, nur zuweilen in grösserer Form.

1) [B. No. 7] Die hl. Jungfrau in halber Figur mit gefaltetenHänden vor einem aufgespannten Tuche. Sie neigt sich betend zumKinde, welches an der Mauer einen Vogel hält. II. 7 Z. 5 L.Br. 5 Z. 9 L.

Dieses Blatt ist ohne Namen und Zeichen Montagna's, manschreibt ihm aber den Stich zu. Es ist indessen zu bemerken, dassman zuweilen einen brillanten und höchst kräftigem Abdruck findet,welcher im Täfelchen an der Mauer die Abbreviatur: 10AN. BX.