840 BM. Nr. 1958 — 1959.
Jungfrau im Strahlcnglanzc. Tinten in der Mitte B M. II. 8 Z. 6 L.Hr. 5 Z. 7 L. — Dieses Blatt ist ebenfalls im Style des M. Schöncomponirt, und wohl nach einer Zeichnung desselben gestochen.
8) Die hl. Barbara, B. No. 4. Sie steht in 3 /< Ansicht nach rechts,und hält das Schwert in der linken Hand, während sie mit der rech-ten nach diesem deutet. In der Mitte unten li M. II. 5 Z. 8 L.?Br. 3 Z. 6 L.?
1958. Unbekannter Zeichner oder Maler. Brulliot App. 11. No. 39
B hatte Kunde von einer Zeichnung in Feder und Tusch,
AA welche den Leichnam des Herrn auf dem Schoosse der/ \ Maria vorstellt, kl. an. fol. Der genannte Schriftsteller■^ bemerkt, dass der Meister in der zweiten Hälfte des
16. Jahrhunderts gelebt habe, und somit gehört sie jenem BM, vonwelchem man Kupferstiche in der Weise des Martin Schön hat, nichtan. Auf den Namen des Zeichners müssen wir verzichten.
1959- Benedetto Montagna, Maler und Kupferstecher aus Vicenza,q ist nach seinen Lebensverhältnissen unbe-
* JD'jM'/B« M.*' kannt. Was sich über ihn sagen lässt, habenR M T R *1V\* w ' r ' m Künstler-Lcxicon IX. S. 406 zusam-O 1 y./ D ± V J. mcngestcllt, und hier sei nur bemerkt, dassseine Thätigkeit von 1500—1535 fällt. Der anonyme Reisende desMorelli (Notizie d'opero di disegno della prima metä del secolo XVI.)behauptet, dass Benedetto der Sohn des Bartolomeo Montagna sei,und diese Notiz ist wohl nicht zu verwerfen, da der Anonymus inKunstsachen erfahren war, und dem Meister nahe stand. Bartolomeoist als Maler bekannt, dessen Werke von 1489—1522 datirt sind.Wenn daher anderseits ein Bartolomeo Montagna als Bruder Benc-detto's bezeichnet wird, so haben wir zwei Künstler dieses Namens,was um so wahrscheinlicher wird, als die Werke, welche dem Barto-lomeo zugeschrieben werden, ungleich sind. Die anschcinlich älterenverrathen die Schule des A. Mantegna, andere Bilder deuten auf dieRichtung des Gian Bellini. Auch die Kupferstiche des BenedettoMontagna verrathen eine gewisse Verwandtschaft zur Schule Bellini's,verkünden aber zugleich einen originellen Meister in Composition undZeichnung. Kr liebte eine andere Formengebung, keine schlankenVerbältnisse, wie andere Meister seiner Zeit. Desswegen sind auchseine Gewänder breiter und bauschiger, als jene des Bellini. Bene-detto gehört aber sicher der altvonotianischen Schule an. Als Stechersilicint er sich jedoch nach A. Dürer gebildet zu haben, da er einigeBlätter dieses Meistern copirt hatte. Marc Antonio blieb ihm anfangsfern, und in der letzteren Zeit seiner Wirksamkeit konnte er sich derKunstwelse desgelben nicht mehr fügen. Seine Blätter sind daherungleich in der Behandlung, die früheren fein gestochen mit zartenPunkten in den llehergängen, welche man aber in den späteren Ab-drücken wenig mehr bemerkt. Den Beweis liefern die alten Drückevon brillanter Schwärze der No. 2, 14, 17, 19, 22, 27 —29 &c. beiBartsch. Andere Blätter sind dagegen auffallend roh behandelt,und so verschieden, dass man auf eine andere Hand schliessen möchte.Diess ist mit dem Opfer Abraham's, B. No. 1, mit dem Orpheus, B-No. 25, und besonders mit dem zankenden Bauern, B. No. 30, derFall. Dieses und andere analoge Blätter sind wohl sicher nicht vonBenedetto, wenn sie auch die Initialen B M tragen. Es ist aber selbstin diesen Buchstaben ein Unterschied. Es fehlen die Trennungs-zeichen, und sind eben so Stumpf eingestochen, wie z. B. der raufendeBauer mit dem Weibe durchhin behandelt ist. Man könnte vielleicht