838 BM. Nr. 1957.
der Monogrammen sehr flüchtig. Wenn die beiden Blätter zusammen-gefügt sind, haben sie eine Höhe von 17 Z. 7 L., und eine Breitevon 4 Z. 1 — 2 L. — Das Exemplar der Sternbcrg'schen Sammlungwurde bei der Auktion mit 23'/ 3 Thlr. bezahlt.
1957. Der unbekannte Heister mit diesem Zeichen, wenn je
Einer darunter verstanden werden kann, gehört der
P Ff\ Schule des Martin Schön an. Er ist originell, und
f\ . . nicht Kupferstecher von Profession, nahm aber in sei-
IX /VA nen Blättern den genannten Meister zum Vorbilde, ohne
J—' ' V- • ihn jedoch in der Stichweise vollkommen zu erreichen.
3 J\ Bartsch P. gr. VI. p. 392 beschreibt vier Kupferstiche,
welche die Federzeichnungsmanier nachahmen. Wir
fügen einige Blätter bei, lauter Seltenheiten erster Art. Keines dürfte
nach 1510 entstanden seyn. Vgl. auch den vorhergehenden Artikel.
1) Salomon's Urtheil. Der König sitzt in Mitte des Blattes aufdem Throne, und zu seinen Füssen ist das todte Kind ausgestreckt.Rechts sieht man die beiden Mütter, wovon die eine kniet. Linkssteht der Scharfrichter im Begriffe, das lebende Kind mit dem Schwertezu theilen, um jeder Mutter die Hälfte zu geben. Zu den Seiten desThrones und im Grunde ist das Gefolge des Königs vertheilt. In derMitte unten stehen die Initialen B M. H. 10 Z. 10 L. Br. 15 Z. 7 L.
Bartsch (No. 1) hatte ein verschnittenes Exemplar vor sich, daer nur eine Höhe von 10 Z. 7 L. angibt. Das Blatt ist in Compo-sition und Ausdruck der Figuren merkwürdig, und bringt dem Meister,wenn auch erstere von ihm herrühret, die grösste Ehre. Ottley ILp. 703 glaubt, die Buchstaben B. M. bedeuten „Bcau Martin," oder„Buon Marti no," weil er das Blatt dem Martin Schön zuschreibenwill. Allein „Hübsch Martin" hat wohl kaum daran gedacht, denBeinamen in's Französische oder Italienische zu übersetzen, oderdurch die Initialen darauf hinzuweisen. Hinsichtlich der Zeichnungist aber M. Schön wohl nicht zurückzuweisen. Eine trefflich ausge-führte Federzeichnung des Kupferstiches war in der Sammlung desGrafen Sternberg-Manderscheid, und wird von Frenzel (Catalog Stern-berg V. No. 499) beschrieben. Er erkennt in der Composition durch-aus Schongauer's Geist.
Die erhaltenen Exemplare sind leicht zu zählen. Der höchstePreis für einen ganz vorzüglichen Abdruck wurde 1853 in der Acker-mann'schen Auktion erreicht. Das Blatt ging für 100 Thlr. weg. Inder Einsicdel'schen Auktion wurden nur ll'/j Thlr. bezahlt.
2) Die Ruhe der hl. Familie in Aegypten, B. No. 2. Maria sitztmit langen Ilaaren und im faltenreichen Gewände, und hält das Kindstehend auf dem Schoosse. Rechts schläft Joseph an einem Felsen,und lehnt den Kopf auf die rechte Hand. Links sind vier Engel,wovon drei ein Notenblatt halten und singen. Nach rechts im Grundeerhebt sich ein hoher Felsen, und links in der Ferne breitet sich amWasser eine Stadt aus. In der Mitte unten ist das erste Zeichen,welches Bartsch und Andere nicht genau geben. Der genannte Schrift-steller hatte auch ein beschnittenes Exemplar zur Beschreibung. H. 8 Z.11 L. Br. 6 Z. 1 L.
Im k. Kupfcrstich-Cabinet zu München befindet sich ein trefflicheralter Abdruck mit dem Namen „Malbucci" auf der Rückseite. Erist von alter Hand geschrieben, und beweiset, dass man in frühererZeit das Blatt für Arbeit des Bernardo Malpucci oder Malpizzi hielt.Allein der deutsche Charakter ist überwiegend, und Malpucci alsStecher zu wenig bekannt, als dass man für ihn Partei nehmen