BM. Nr. 1953 — 1956. 837
1953. Mathias Beytler, Zeichner und Kupferstecher von Ansbachff\A M\ in I' u y crn ' ' st ™rob eine Anzahl von niclloartigen Blättern
l./OVV bekannt. Sie stellen Figuren, Thicrc, Wappen und Ara-besken auf weissem Grunde vor, und erschienen 1582 zu Onolzbach(Ansbach) bei Stephan Ilcrman. Bartsch P. gr. IX. p. 586 beschreibt17 Blatter, bemerkt aber nicht, dass obige Zeichen auf solchen vor-kommen. Beytler formte nämlich das Monogramm gewöhnlich regel-mässig M B, so dass wir darauf zurückkommen müssen. Unter diesenBuchstaben geben wir aueli Supplemente zum Peintre-graveur. Blättern »t verkehrtem Zeichen fanden wir nicht vor. Bryan, Heller u. A.machen aber darauf aufmerksam.
1954. Unbekannter Künstler, welcher um die Mitte des 17. Jahr-^"\ y. hunderts au der Fayence - Fabrik in Delft thätig war.
ll/l Man findet sein Zeichen auf bemalten Geschirren, welchelPjC I zu den geschmackvollsten Arbeiten dieser Anstalt ge-mm/J \ f. hören. Ob er Maler oder Töpfer war, und wie er ge-^^—^ ^^ heissen habe, ist unbekannt. Die Manufaktur in Delftlieferte viele, und noch gesuchte Waaren. Brongniart gibt in seinemTraitis des arts ceramiques 19 Copien von Bezeichnungen des DelfterI'ayencc. Obiges Monogramm ist einem Teller mit einer Landschaftnach Bcrchem entnommen. Der Hand ist festonirt, und mit Blumenverziert.
1955. Christian Friedrich Boetius, Zeichner und Kupferstechervon Leipzig, ist durch zahlreiche Blätter bekannt,das gegebene Zeichen scheint aber nur auf einemeinzigen vorzukommen. Man findet es nach Brul-liot I. No. 1054 auf dem Blatte in Lavismaniermit dem Titel: ..Die vergnügte Gesellschaft Augs-burger Künstler, Georg Peham, Kellerdaler und A." Die Zeichnung istvon Jakob Beyer, welcher um 1590 in Augsburg lebte, und seineKunstgenossen nach dem Leben gezeichnet hatte. Diese Zeichnunghesass Boetius, und machte sie durch den Stich bekannt, 4. Brulliotdeutet das Monogramm auf J. Beyer, es ist aber „Boetius Maler" zulesen. Es scheinen Abdrücke mit einer späteren Jahrzahl vorzukom-men, so wie solche ohne Datum. — Boetius starb zu Dresden 1778,oder nach Andern 1783.
1956. Unbekannter Zeichner oder Kupferstecher. In der Samm-
Jr» i * lung des Grafen Sternborg - Manderschcid befand sich<i >A/l ein Kupferstich, welcher auf zwei Blättern die Zeich--* V * nung eines gothischen Sakramenthäuschcns von sehrreicher Architektur enthält. Direktor Frenzel hat dieses Werk imCataloge II. No. 172 beschrieben, und unter den Erzeugnissen desMeisters II M aus der Schule des Martin Schongauer, des folgendenKünstlers, aufgezählt. Nach der in der Nota gegebenen Erklärungdürfte aber der Stich nicht von ihm herrühren, da die Behandlung andie Blätter jenes trefflichen Meisters W mit dem Goldschmicdszcichen,B- VI. p. 56, erinnert. Der Fuss des Sakramenthäuschens ruht aufacht verzierten Rundbogen, und unten rechts am Piedestale ist derGrundplan. Neben diesem nach links stehen die gothischen Buch-staben, unter welchen der Meister seinen Namen angedeutet hat.Frenzel gibt sie im Sternberg'schcn Cataloge in obiger Form, be-merkt aber, sie seyen verziert. Man darf daher kein Facsimile desZeichens vermuthen, was wir um so mehr bedauern, da das Blatthöchst selten vorkommt. Frenzel verfuhr leider mit der Zeichnung
Monogrammfsten. ^8