836 BM. Nr. 1950—1952.
1950. Mathien, oder Michel Brunant? Dieses Zeichen gibt'pH' ... Brulliot I. No. 1052a, und glaubt es einem französischen.Dl fOß ■ Kupferstecher zuschreiben zu müssen. Man soll es aufeinem satyrischen Blatte mit Mönchen und Dämonen finden, componirtin der Weise des P. Breughel. Rechts oben ist eine Tafel mit 10französischen Versen:
Dcpuis le temps que Dieu fonda la tour
üont a bon droit sont elits freres mineurs.H. 10 Z. 10 L. Br. 13 Z. 8 L.
Wir haben dieses Blatt nicht gesehen, es fragt sich aber, oh dasMonogramm BM darauf steht. Der französische Meister, welchersolche satyrische Darstellungen aus der Zeitgeschichte bekannt machte,bediente sich gewöhnlich eines aus PM bestehenden Monogramms, undes könnte daher auf obigem Blatte undeutlich seyn. Wir kommenunter dem Monogramm PM auf diesen Kupferstecher zurück, undgeben ein Verzeichniss seiner Blätter, darunter auch die genauere Be-schreibung des genannten. — Brulliot bemerkt ferner, dass Einigedas Zeichen einem Martin Baum beilegen wollen. Ein Künstlerdieses Namens ist nicht historisch bekannt, und wir halten daher dieDeutung für willkürlich. Sollte indessen das obige Monogramm voll-kommen genau seyn, so gehört es entweder dem Matthäus oder MichaelBrunant von Lyon an. Diese Meister arbeiteten um 1570—1599, undgaben auch Holzschnitte mit satyrischen Darstellungen aus der Zeit-geschichte heraus. Eine grottesko Wirthshausscene von dem ersterenist betitelt: Maisire Aliborvm; eine satyrische Darstellung aufHeinrich IV. in Fontaincbleau von dem zweiten: „Portraict de l'hommecornu i-599."
1951. B. Matton scheint der Träger dieses Zeichens zu seyn.tm n / Angeblich Schüler des G. Dow, malte er Bilder in der
j-tvt/5 Weise dieses Meisters, Bilder aus dem Bürgerstande,und führt gewöhnlich in das Innere der Wohnungen, wo die Handlungtheils bei Licht vorgeht. Auch Küchen und Vorrathskammern malteer, fast immer auf Holz, und in kleinem Formate. Seine Werke sindnicht häufig, und stehen in gutem Preise.
In der Gallerie des k. Museums zu Berlin ist ein Gemälde, welcheseine holländische Küche oder Vorrathskammer vorstellt. Darin hängtein geschlachtetes Schwein, am Boden sieht man ein Fass, ein Schaaf,Kohlköpfe, verschiedenes Geräth etc. Im Hintergründe ist ein Bauern-junge. Dieses mit obigem Zeichen versehene üemälde beschreibt Dr.Waagen im Cataloge S. 285 No. 405, gibt aber keine Auskunft überden Maler. Wir möchten es dem B. Matton zuschreiben.
1952. Michael Brandmüller, Maler und Lithograph, wurde 1793*-*((/ zu Wien geboren, machte daselbst seine ersten Studien,
TQvT fikl und begab sich dann zur weitern Ausbildung nach-L91. / c/ü'to. München. Sein Zeichen findet man auf schönen Bild-nissen in Miniatur, und auch auf anderen Darstellungen im Kleinen.Die lithographirten Blätter dieses Künstlers gehören zu den schönstenihrer Art. Auf einigen Bildnissen aus der früheren Zeit desselbensteht das Monogramm, seine grösseren historischen Blätter sind ge-wöhnlich mit dem Namen bezeichnet. Sie verrathen die Geduld einesMiniaturmalers. — Unter M B werden wir ein anderes Monogrammdieses Künstlers geben.