Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
687
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B. Nr. 1560 — 1563. 687

Seine Stichweise verräth indessen keinen italienischen Künstler, sondernnähert sich jener der Wierx, deren Zeitgenosse der Künstler war. Wirvermuthen daher nnter dem Namenszeichen den Johann Baptist Barbevon Amsterdam, welcher um 1590 — 1610 mehrere Blätter nach M. de*os, A. Diopenbeck, Theodor van Loo u. A., und auch nach eigenerCompositum gestochen hat. Sehr schön und selten ist ein Blatt mitder Madonna und St. Anna, welche im Vorgrunde von einem fürstlichenPaare verehrt werden. Die beiden Wappen oben deuten an, dass dieDonatoren der französischen Königsfamilio angehören. Im Rande steht:Pul/her est dilectus maus. Vedie äla HEYNE. Par Anne Moncornet, kl. t'ol.Dieses Blatt brachte uns auf die Idee, dass auch die unten erwähntePieta nach Marc Anton von Barbe gestochen sei, da es überdicss auchbekannt ist, dass dieser Künstler in Italien Studien gemacht habe.

1) Der Leichnam des Herrn auf dem Boden ausgestreckt, und vonMaria, und den hl. Frauen beweint. Unten gegen die Mitte ist dasläfelchen des Marc Anton, und rechts das Monogramm des Stechers.Im unteren Bande steht: Vulneratus est propter transgressiones nostras etc.B. 8 Z. Br. 6 Z.

2) Christus das Kreuz tragend. Mit dem Zeichen, und in der Grössedes obigen Blattes. — Diese beiden Blätter dürften zu einer Folge ge-hören. Sic sind fein gestochen, und erinnern in der Behandlung andie Schule der Wierx. Vgl. auch den folgenden Artikel.

1560. Joos Boscher, oder Bouschere, war gegen Knde des 16. Jahr-*. hundert« Kunsthändler in Amsterdam, und verlegte, mehrere/-< Blätter der Wierx, auf welche er ein Privilegium hatte. Er

4&0- ]i ess auc ]j Bildnisse stechen, welche theils mit dem Mono-gramme , theils mit dem Namen bezeichnet sind. Indessen hatte auchder oben erwähnte Kupferstecher Johann Baptist Barbe einen Kunstverlag,da auf einigen Blättern nur dessen Adresse steht. Ks wäre daher möglich,Qass auch Blätter desselben mit dem Vcrlagsmonognimme versehen seien.

1561. Unbekannter Zeichner, wenn nicht Johannes Wierx. Manfindet kleine Blätter mit biblischen Darstellungen, welche Jo-

• tTV hannes Wierx gestochen hat. Der Erfinder ist darauf nicht an-gegeben, un d daher glauben wir, dass das Zeichen sich auf Wierx selbstbeziehe, da es öfters mit dem Buchstaben W in Verbindung ist. DieBlätter sind in Octavo, und gehören wohl in ein Bibelwerk.

1562. Jeronymus Boschart, oder Bosschart, gehört zu denjenigenifj . Künstlern, welche die holländischen Schriftsteller übergangenOVMien,. haben. Er malte. Schlachten, und war in der zweiten Hälfte des*7. Jahrhunderts thätig. Wir haben von Quo eine Folge von wenigstens|* Blättern, welche verschiedene Cavalericgcfcchte vorstellen, unter demfltel: Variae pugnac vditarcs etc. Afbeeldingh van verscheyde Batailien9oinvcntert door Jeronimus lioscharl. Nicolaus Visscher exe. Ein Blatthat das Monogramm des Lucas Vorstennan jun., qu. 8.

Brulliot I. No. 1017 schreibt das obige Zeichen dem Jacques Bour-Suignon zu, und gibt auf dem ersten Blatte, mit dem lateinischen Titeldie Adresse von F. de Wit an Diese Abdrücke dürften nun die erstenSe yu, und Nicolaus Vischer, der Sohn des Jan Clasz. Vischer, fügte"ann ein holländisches Titelblatt bei.

1563. Der Meister mit dem Würfel, Maestro del Dado, Maitre

«au De &c, irrig Beatricius genannt. Ueber demTräger dieses Zeichens, welcher viele schöne undwerth-volle Kupferstiche hinterliess, schwebt noch immer ein'ÄrVl iläl Dunkel, und wir können dabei' nur rel'crircn, was von■*|JiJ x l|jP ;j im gesagt wurde. Nach einer nicht sehr alten Tra-

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