Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
686
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686 B. Nr. 1557 — 1559.

kunat erblich, und Bernardo reicht ins 16. Jahrhundert hinein. Vergl-auch die Inschrift: Andreas Cionis etc.

1557. Vittorlo Baldini, Formschneider und Buchdrucker von Fer-/^vgN rara , gehört zu den wenig bekannten Künstlern, ■welche in

t----.---- 1 der späteren Zeit des 16. Jahrhunderts arbeiteten. Von ihm

sind die Holzschnitte in folgendem Werke: Profetie dell' Abatte Gioachinoet di Anselmo Vescovo di Manko. In Ferrara 151)2, kl. 8. Die Holz-schnitte stellen wunderbare Begebenheiten und andere auffallende Er-scheinungen dar, wobei Immer der Papst die Hauptrolle spielt. Dochist nur ein Blatt bezeichnet. Es zeigt einen Mönch mit der Sichel,wie er in der Linken ein Kraut hält. Rechts neben ihm stellt; ein Stiefel,und links bemerkt mau das obige Zeichen. Dieses Buch erschien beiV. Baldini, und daher ist wohl kein Zweifel, dass der Buchstabe 8sich auf ihn beziehe, da Baldini zu den Fnrmsr.hnoidorii gezählt wird.Dasselbe Zeichen und die gleiche Vorstellung iindet man auch in./. Wol/ii I.ectionum memorabilium centurii XVI. f.auinyae 1000, fol.Dieses Werk enthält viele Holzschnitte, und darunter auch Cnpien nachV. Baldini. Auf drei Blättern steht das Zeichen des Jakob Lcderlein.Nach l'apillon I. ]>. 271 sind auch die Holzschnitte in T. Tasso's Amynta,welcher 1599 zu Ferrara gedruckt, wurde, von Baldini's Hand. Jedesder fünf Bücher dieser Pastorale ist mit einer Vignette geziert, wovondie zweite die Initialen B F tragen soll. Für Baldini's Arbeit haltenwir auch die fünf Vignetten im Pastor Fido. Venezia 1606, 16. DieVignette zum dritten Akte zeigt links am Baume einen Auswuchs,welcher ein II zu bilden scheint.

1558. Joachim Beukelaar, oder Buekelaer, wurde 1530 zu Ant-

6y werpen geboren, und von P. Aartsen unter-/ jf"/ ~, richtet. Er malte Kirchweihfeste, Jahrmärkte,/ f/)^" Kiirlionstiickc mit, verschiedenen Utensilien*~£, l/^ und Vorräthen, todtes Wild, Blumen undA Jr\ £■ Früchte, und anderen Darstellungen, welcheA\ 4 lft> man zu den Stillleben zählt. Dann malte er'*S +* auch Genrebilder, da er die menschlicheFigur für seine Zeit sehr gut zu behandeln wussto. In der k. k. Gal-lerie zu Wien ist ein ziemlich grosses Gemälde, welches einen Bauervorstellt, welcher Geflügel, Butter und Eier zum Verkaufe hat. Nebenihm sitzen zwei Weiber auf dem Boden, und an der Schmalztonne stehtdas dritte Zeichen mit der Jahrzahl 15(17. Auch Bilder aus der hei-ligen Geschichte finden sich von ihm. In der Sammlung des Herr»D. Lenoir zu München sahen wir eine Kreuzsehleppung mit dem zweitenZeichen und der Jahrzahl 1562. Auch das erste Monogramm, welchesman wohl / II. lesen muss, findet man auf Gemälden, welche Märkteund Kirmessen vorstellen, theils mit reicher Figurenstaffage. Die bei-gefügten Jahrzahlen 1566, 156» u. s. w. bestimmen diu Zeit der Ent-stehung. Auf seinen Jahrmärkten kommen nicht immer gewöhnlich«Volks-Sccncn vor. Ein Gemälde in der Pinakothek zu München schil-dert uns bei Gelegenheit eines solchen Jahrmarktes die Verspottung desHeilandes vor dem Hause des Pilatus. Beukelaer war ein sehr fleissigerKünstler, erwarb aber durch seine Kunst kaum den Lebensunterhalt.Erst nach seinem Tode machten die Händler gute Geschäfte. NachDescamps erreichte er ein Alter von 40 Jahren, Immcrzeel u. A. lassenihn aber 1610 sterben.

1559. Jan Baptlsta Barbe? Dieses Zeichen gehört einem Kupfer-

B Stecher an, welcher im Cataloge des Marchese Malaspina di Sa»-nazaro II. p. 95 der Schule des Marc Anton zugewiesen wird.