Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
589
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AV. Nr. 1418 — 1422. 589

Hr. Börner glaubt, dieses Blatt dem Jan van de Velde zuschreibenzu müssen. Letzterer wurde um 1598 in Leyden geboren. Seine ra-dirten und gestochenen Blätter sind zahlreich. In obigem Blatte scheinter den Graten Goudt zum Vorbilde genommen zu haben. Unter ./. V. V.kommen wir auf diesen Meister zurück.

1418. Adrian van Vianen soll nach Heller, Monogr.-Lex. S. 41A (v* ^ f;r Träger dieses Zeichens seyn. Der genannte Schriftsteller

xJ\Y entnahm seine Notiz wohl aus dem Monogrammcuhiiche vonChrist S. 111, welcher auch noch den Beisatz „mtff gibt, mitder Bemerkung, dass einige Schriftsteller den van dorVcnne irrig An-dreas nennen. Allein Christ ist höchst wahrscheinlich selbst im Irr-thum, indem das Zeichen jenem des Andreas Vaillant ähnelt. AdrianV;ni Vianen bediente sich gewöhnlich eines aus den römischen Buch-staben gebildeten Monogramms, und wohl nie der Cursiven.

1419. Andreas Vaillant, Maler und Hadirer, wurde 1629 zu LilleA J> geboren, und machte sich durch Bildnisse bekannt. Das Zeichen

^~d^ findet man nur auf radirten Blättern des Künstlers. Er starb«u Berlin 1693.

1420. Josse van Winghen, oder Andreas Vaillant? Brulliot I.No. 760 besass eine handschriftliche Notiz des

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rr j ■ Stephan Baron von Stengel, in welcher das ge-rn/ /"»> gebene Zeichen auf Josse a Winghen erklärt wird,aber ohne Angabc, ob dasselbe auf einem Kupferstiche oder einer Zeich-nung vorkomme. Baron von Stengel verdient als Kunstfreund alle Be-rücksichtigung, und er wird das Monogramm jedenfalls vorgefundenhaben, wenn man auch zweifeln möchte, ob es dem J. van Winghenangehöre. Dieser Künstler bediente sieh gewöhnlich eines anderenZeichens. Brulliot kennt kein Blatt mit dem gegebenen MonogrammeAV, es müsste aber biblischen oder allegorischen Inhalts seyn, wenndie Compositum von J. van Winghen herrühren sollte. Letzterer starb1603. Ist die Compositum von späterem Datum, so dürfte wohl AndreasVaillant dafür eintreten. Wenn eine Landschaft zum Vorschein kommt,s o möchte Abraham Vorboom zu berücksichtigen seyn.

1421. August Vischer, Zeichner und Maler, wurde 1826 zu Kön-y3 i jtp deringen in Baden geboren, und auf der Akademie in Carls-'V. l j\) • ruhe herangebildet, bis er nach München sich begab, um seineStudien zu vollenden. Vischer malt historische Darstellungen und Genre-bilder, welche einen sehr gediegenen Künstler verrathen. Die gegebenenZeichen findet mau auf Holzschnitten in den fliegenden Blättern, einerillustrirten humoristischen Zeitschrift, welche bei Braun und Schneiderz u München erscheint.

1422. Unbekannt. Im k. Museum zu Neapel wird ein GemäldeA\T Mrri'YYYvi (ler alt-florentinischen Schule aufbewahrt, welchesi V V . JW.U.XXXVI. ßj e thronende Madonna mit dem Kinde, von vierHeiligen umgeben, zeigt. In einem zweiten Felde ist die Taufe Christiund die Krcuzabnchmung vorgestellt, und in den oberen Ecken siehtman die Maria, und den verkündenden Engel. An der Basis des pracht-vollen Thrones der hl. Jungfrau stehen die Buchstaben A. V. mit derJahrzahl l.'i.'iG. Ob darunter der Künstler zu verstehen sei, bleibtdahingestellt. Man könnte auch AVE lesen. Im 14. Jahrhundertedeuteten die Maler wohl nur höchst selten ihren Namen durch Initialenan. Namensinschriften finden sich aber auf Gemälden, doch hat derZahn der Zeit den grössten Theil dieser Werke verzehrt.