Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
521
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Sf

AS. Nr. 1219 — 1220. 521

gewöhnlich auf Erhard Schein, weil es nicht allein auf Zeichnungen,sondern auch auf Holzschnitten in Büchern aus der Grüninger'schenOffizin zu Strassburg vorkommt, wie in der Ausgabe der Kmeis (Ameise)von Gailer von Kaisersberg 1517. Diese Blätter sind aber in einerganz anderen Weise gezeichnet und geschnitten, als jene von ErhardSchön, was auch Brulliot bemerkt. Er copirte aber das Monogrammnach Zeichnungen, und dieses weicht, wenn richtig gegeben, von jenemauf den Holzschnitten ab. Auf letzteren hat es entschieden die Formdes alten E, so dass man nicht versucht wird, unter AS die Nach-forschung zu beginnen. Wir kommen daher unter ES. auf diesen Meisterzurück, wo der beigefügte Stock wiederholt wird.

1219. Anton Schaffner, oder Anton Stocker. Unter diesem, auchf~~ 1 von lirulliot I. 728 gegebenen Zeichen führen wir einen

Maler ein, für welchen wir nur muthmasslich einen Na-men haben. Es finden sich biblische Darstellungen mitdiesem Zeichen, besonders solche aus der Passion, welcheeinen Nachahmer, wenn nicht Schüler des Michael Wolgemuth verrathon.Doch gehört er nicht zu den bessten, weder als Zeichner, noch als Co-lorist. Seine Färbung ist trocken, und im Allgemeinen herrscht ziem-liche Steifheit. Die meisten Bilder, welche sich von ihm erhalten haben,wurden In Oberbayeru und im angrenzenden Schwaben gefunden. Inden Ladzetteln der alten St. Lukas-Zunft in München fanden wir unterdem Jahre 1495 eines Malers Anton Schaffner erwähnt, wir wissenaber nicht, ob er aus der Malerfamilie der Schaffner in Ulm stammt.Ein späterer Ladzettel von 1508 nennt ihn jedoch A. Schaffer, nichtSchaffner. Letzterer Name kommt aber dreimal vor. Wir halten diesenSchaffner für den Träger des obigen Zeichens. Er könnte nur an An-ton Stocker in Ulm einen Concurrenten haben. Diser Maler ist urkund-lich 1493 erwähnt.

1220. Adolph Schrödter, Maler und Radirer, wurde 1805 zu Schwedt■* > » K an der Oder geboren, und in Berlin zum Künstler herangebildet./~S\ Seine ersten Leistungen bestehen in Kupferstichen und Ra-q dirungeu, Schrödter war aber zum Maler geboren, und ver-J tauschte daher nach einiger Zeit den Stichel mit dem Pinsel.' Jetzt wählte er Düsseldorf zu seinem Aufenthalte, wo durchihn das humoristische Genre einen cigenthümlichen Glanzpunkt gewann,indem Schrödter einen solchen Rcichthum von Phantasie und Launeentwickelte, wie man ihn bei den ernsten und streHg romantischen Be-strebungen der rheinischen Schule nie gefunden hatte. Dieser Richtunggegenüber pflegte der Künstler die Parodie und das Lustspiel, undsein Scherz und komischer Ernst gewann selbst den Pedanten Beifallab. Man nennt daher den A. Schrödter mit Recht den Meister desächten Humors und der Komik der Kunst. Den Beweis liefert einegrosse Anzahl von trefflichen Bildern aus dem Leben und Treiben desVolkes. Nicht selten erregt der Rheinwein Scherz und Laune, welchezuweilen in liebenswürdigen Leichtsinn übergehen. Auch der Ingoniosohidalgo Don Quixoto feiert durch Schrödter seine Apotheose, KanrlioPansa zieht triumphirend vorüber, Falstaff' ist in Funktion eemten,Freiherr von Münehliausen erzählt seine Abenteuer, und selbst deralte Erzschalk Eulenspiegcl muss das rheinische Gebiet betreten. DonQuixoto und Falstaff sicherten aber für die ihnen zu Theil gewordenekomische Ehre auch dem Künstler ein rühmliches Andenken, und aufder von Schrödter radirten grossen Vcrlobungsanzeige bringen sie sogarin gewaltigen Kränzen Alles herbei, was das Haus bedarf. Sie haben