512 AR. Nr. 1180.
des G. Lüderitz, welcher Ricdel's neapolitanische Fischerfamilie in Ab-bildung gibt, zur Verthcilung an die Mitglieder. Dieses grosse Blattist sehr verbreitet, da auch die Kunstvercine in Halberstadt und Königs-berg Abdrücke nahmen. Dr. Lucanus in Ilalberstadt ist der Besitzerdes schönen Bildes. Im Jahre 1851 Hess der Kunstverein in Münchendurch L. Schöninger das griechische Blumenmädchen galvanographiren.Das Gemälde ist im Besitze des Königs von Württemberg, und gehörtnicht zu den vorzüglichsten Bildern des Meisters. Der Kopf des halbnackten, hinkauernden Mädchens ist nichts weniger als im Sinne grie-chischer Schönheit erfasst, und da dem Stiche auch die warme Carna-tion, und der Schimmer der aus Pfauenfedern gebildeten leichten Dra-perie fehlen muss, konnte derselbe nur um so weniger ansprechen.Der Kunstvorein in Hannover übernahm ebenfalls einen Theil der Ab-drücke für seine Mitglieder, und somit ist diese sogenannte griechischeBlumeimymphe im weiten Kreise bekannt. Einen glänzenden Triumphfeierte aber Riedel 1851 in Rom hei der Ausstellung des Kniestttckeseiner Albanerin, welches ebenfalls der König von Württemberg besitzt.Eine wunderschön colorirte Zeichnung gab der Künstler zum Albumdes Königs Ludwig von Bayern, und diese wurde von A. Schultheis inTuschmanier meisterhaft gestochen. Das Blatt bildet einen Bestandteilder Nachbildungen der Zeichnungen des Ludwig - Albums, und derFrankfurter Kunstverein wählte Abdrücke für das Jahr 1852. In demBilde dieser Albanerin hatte Riedel eine Lichtwirkung erzielt, vonwelcher selbst erfahrne Kunstkenner betroffen werden. Es dauert lange,bevor man sich überzeugen kann, dass eine solche Farbenpracht aufdem bekannten Wege der Oelmalerei hervorgebracht sei. Der Künstlerhat südlichen Sonnenglanz auf die Palette genommen, und eine Mongevon Kxperimenten gemacht, um ein so heiteres und allgemein anspre-chendes Kunstwerk hervor zu zaubern. Der Beifall, welcher dem Künstlernicht allein vom Publikum, sondern selbst von angesehenen Künstlerngezollt wurde, war ein ungewöhnlicher, und man hatte dieses Kunst-werk mehr als einmal einem Salto mortale verglichen. Emil Braun be-richtet darüber im deutschen Kunstblatt 1851 No. 18.
A. Riedel bediente sich auf Gemälden nur in früherer Zeit einesMonogramms, auf Zeichnungen und Skizzen kommt es aber auch nochspäter vor. So findet man das erste Zeichen auf der Zeichnung derRömerin aus Albano im Album des Königs Ludwig, und desswegenauch auf dem schönen Stiche von A. Schultheis. Das zweite Mono-gramm gibt Brulliot App. I. No. 9ß. Er sah es auf früheren Gemälden,thcils auch mit dem Namen verbunden.
1180^Joseph Anton Rhomberg, Historienmaler, geb. zu Dornhirnin Vorarlberg 1786, war bis in sein zweiundzwanzigstesJahr mit der Feldarbeit beschäftiget, und fand erst 1808
s/lvJ
/r\ /•! \ •* der Akademie in München an Peter von Langer einen
\.y O \j Lehrer. Im Jahre 1814 wurde ihm mit einem Bilde,welches Noah's Dankopfer nach der Sündfluth vorstellt, der grosse Preiszu Theil, und es fehlte fortan nicht an Lobproisorn seiner Werke, dasich darin die Richtung der damals hoch geachteten Langer'schen Schulevollkommen aussprach. Rhomberg blieb auch derselben immer treu, sodass der Umschwung, welchen ole Kunst in München nach dem Er-scheinen des P. von Cornelius genommen hatte, ihn nicht berührte.Seine Gemälde sind zahlreich. Er malte Bildnisse, historische und bib-lische Darstellungen, Genrebilder u. s. w. Auf mehreren findet mandas Zeichen des Künstlers. Auch lithographirte Blatter und ein Zeich-nungswerk sind von ihm bekannt.