Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
499
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APF —APJ. Nr. 1143 — 1146. 499

anbetet. Gegenüber hält ein Engel Schweisstuch und Krone, und überder Gruppe schweben Engel mit den Leidenswerkzeugen. Auf einerTafel oben liest man: Tuam ipsius animam gladius pertransivit. Untenzu den Füssen des Kindes steht auf einem kleinen Steine APENI.

Dieses schöne und grosse Gemälde ist wohl nicht von BenvenutoGarofalo, da das Wort APEM an einer Stelle steht, welche sich derMaler füglich auswählen konnte. Selbst in dem Falle, dass vielleichtder Buchstabe P undeutlich wäre, und ß stehen müsste, kann mannicht „Benvenuto" herauslesen, da der Buchstabe A nicht auf Garofalopasst. Dieser Meister setzte öfter den Namen auf die Gemälde, undschrieb bald Garofalo, bald Garofolo. Auf anderen Bildern dient eineNelke zum Kttnstlerzeichen. Das Wort APENI ist aber auch nicht aufden Schüler und Nachahmer Garofalo's, den Maler Gio. Bat. Benvenutidetto Ortolano zu deuten. Ohne vorhergehendes A könnte man viel-leicht auf Domenico Panctti rathen, welchem nach Lanzi verschiedeneWeine Gemälde angehören, die ohne Bezeichnung der Nelke dem Garo-falo zugeschrieben werden. Panctti malte aber auch grössere Bilder.Im k. Museum zu Berlin ist eine 6 F. 3 Z. hohe Pietä mit seinem Namen.

Benvenuto Tisio detto Garofalo wurde 1481 in Ferrara geboren,war bereits 1499 ausübender Künstler, verlor 1531 ein Auge, und er-blindete 1550 vollkommen. Ueber Panetti hat man Nachrichten von1513—1537, und wenn ihm Bilder von Garofalo's Hand zugeschriebenwerden, so sind es jene des halbblinden Meisters.

U43. Giacomo Palma giovane, oder Pietro Antonio Parmese? Brol-

liot II. No. 131 erwähnt eines radirten Blattes, welches dieKreuzigung Christi in halben Figuren vorstellt, und mit den ge-gebenen Initialen versehen ist. H. 3 Z. 7 L. Br. 5 Z. 10 L.Man will dieses Blatt dein Giacomo Palma jun. beilegen,allein es stimmt nicht mit den übrigen Radirungen des Meisters, welcherauch gewöhnlich eines anderen Zeichens sich bedient. Nach der Mit-teilung eines erfahrenen Kunstfreundes soll: Pielro Antonio t'eril zulesen seyn. Dieser P. Antonio stammt aus Parma, und war Maler.Auf einer von F. Gieuter gestochenen Darstellung des Todes des heil.'Joseph steht: Homae 1627 Petrus Antonius Parmen. delin. — Unter denInitialen PA werden wir auf diesen Künstler zurückkommen.

1144. Joseph Anton Pichler, der unter A.P. No. 1130 erwähnteA p p Edclsteinschncider, zeichnete etliche Gemmen mit den ganz klei-

' ' neu Buchstaben A. P. F. Mehreres s. an der bezeichneten Stelle.

1145. Unbekannter Maler, welcher in der zweiten Hälfte desA"^ £ 17. Jahrhunderts in Holland gelebt zu haben scheint. Er

"} malte Bilder in der Weise des Gabriel Metzu, gewöhnlich inMeinem Formate. Ein Gemälde mit einem Knaben und einem Mädchen*W dem Vogelbauer ist mit den gegebenen Initialen bezeichnet, welchenicht leicht vertilgt werden dürften, da die Färbung für Metzu zu kalt ist.

U46. Andreas Pauli, oder Philipp Augustin Immenraet? Christ/T~\ deutet dieses Zeichen in seinem Monogrammcnbuche S. 103

Z_L«/ \ auf A. Pauli und meint, das J sei Inventar zu lesen. Derf~\ ij Kupferstecher Andreas Pauli bediente sich zwar eines■J- X. ' Namenszeichens, welches dem ersten ähnlich ist, wir glau-

ben aber nicht, dass ihm das gegebene Monogramm augehöre, da esChrist auf Kupferstichen wohl nicht gefunden hat. Heller (Monogr.-jjflxicon S. 34) schreibt es dem italienischen Kupferstecher und Kunst-händler Johann Anton de Paulis zu, hat aber vielleicht noch wenigertrrund für sich, als Christ.