494 AP. Nr. 1121-1123.
und Stiche seiner Sammlung versah. Auch die Initialen A. P. findetman auf einigen Blättern in Tusch- und Crayonmanier.
1121. Andreas Pauli? Dieses Zeichen findet man nach Frenzel,<n Catalog Sternberg IV. No. 4648, auf einem radirten Blatte, welches*V nach einer Zeichnung von Tizian gefertiget ist, und junge Flöten-spieler vorstellt. Sie sitzen zur Hälfte gesehen an einem runden Tische,auf welchem das Notenbuch liegt. Links unten steht nach Frenzel:Tiziaen in., rechts oben das Zeichen, äusserst fein gerissen. H. 5 Z.4'/, L. Br. 4 Z. 5 L.
Bartsch P. gr. XVI. p. 65 boschreibt dieses Blatt im Artikel überTizian No. 3, der genannte Meister hat es aber sicher nicht radirt.Es rührt wahrscheinlich von Andreas Pauli her, nach der Copie zuschliessen, welche dieser nach der Radirang des A. van Dyck gefertigethat. Dieses Blatt stellt Tizian mit seiner Geliebton vor, welche linkserscheint, da das Bild von der Gegenseite genommen ist. Unten steht:Ecce viro — — refert. — A. Pauli fec. A. Bonenfant exe. 4.
lieber Andreas Pauli haben wir auch oben No. 1117 gehandelt.Unter den Cursiven AP. No. 1134 kommen wir auf ihn zurück. Nacheiner auderen Angabe soll das erwähnte Blatt mit den Flötenspielernmit den Buchstaben A P. bezeichnet seyn.
1122. Adam Philippon, auch Phelippon genannt, Architekt undQT\ Radirer, wurde um 1606 in Paris geboren. Er war/h ov j>r l n S en ' cur des Königs, als welcher er die Aufsicht
Qyj): **'/ c - über die Festungen hatte. Später scheint sich aber derKünstler mehr mit Ausarbeitung von Werken zum Gebrauche der Ar-chitekten beschäftiget zu haben. Im Jahre 1646 gab er eine Sammlungvon 25 Blättern mit architektonischen Verzierungen heraus, welche vonihm selbst radirt sind. Das Titelblatt stellt die Fama mit dem Bild-nisse der Maria Gonzaga vor, wie sie von der Minerva gekrönt wird.Unten steht: Philippon fec. 1645, kl. fol. Auf anderen Blättern derFolge findet man das Zeichen des Künstlers. Dann hatte er auch Theilan den Werken des F. Perrier über antike Gegenstände. Auf Blätterndieser Art findet man ebenfalls das Monogramm, pjin anderes Werkdes Künstlers hat den Titel: Le veritable plan et pourtrait de la majsoftmiraculaise de la St. Vierge, ainü qu'elle te voit ä Lorette, le toul dessineet mesure >ur le lieux. Paris IHM), fol. Ein Blatt ist von St. dellaBella, andere Blätter hat Phelippon in der Weise desselben radirt. Wiesehr er in Nadelarbeiten dem St. della Bella und J. le Pautre nahekommt, beweiset die Nachbildung eines berühmten antiken Basreliefs,welches damals im Besitze des Cardinais Barberini sich befand. Esstellt ein Bacchaual in vielen Figuren dar, und ist auf zwei Blätternnachgebildet, imp. gr. qu. fol.
1123. Christoph Amberger, der rühmliche Nachfolger H. Ilolbein's,
AP macht den Schluss der grossen Maler, welche im 16. Jähr-ig hundert zu Augsburg lebten. Ausgezeichnet im Portraitfache,und hierin von Kaiser Carl V. dem Tizian gleichgeachtet, leistete eraber auch als Historienmaler Vorzügliches. Hier handelt es sich je-doch um kein Gemälde, sondern um ein geistreich gestochenes Bla^iwelches das Brustbild eines Mannes vorstellt, dessen Haupt mit einerplatten, mit Scheibe versehenen Mütze bedeckt ist, 4. Der Stich !*•indessen etwas hart, und beurkundet keinen Kupferstecher von Pr°'fession. Herr Harzen fand dieses Blatt im k. Cabinetc zu Paris, ^°es als Arbeit des Ch. Amberger betrachtet wird. Die Buchttabcn A "auf demselben müssten daher „Amberger Pictor" bedeuten. —■ Unterden Initialen C. A. kommen wir auf Ch. Amberger zurück.