Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
262
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2G2 AEV. No. 509.

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Vlco, Zeichner und Kupferstecher, wurde 1523 zuParma geboren, kam aber in früherZeit nach Rom, wo sich der Kupfer-stecher Tommaso Barlachi seiner an-nahm. Vico ist aber als Nachzüglerf g, -__ \ t^ k ^ cr Schule des Marc Anton zu be-/Tit »▼«. ^f £ trachten. In einigen Blättern ahmte

er diesem Meister nach, in anderen steht er auf der Stufe des (iiuliollonasono, Agostino Venoziano, .lacopo Caraglio und der Familie Ghisi;alle diesem Meiter hatten aber geringere Fähigkeiten als Marc Antonio,und die Kupferstecherkunst sank unter ihnen bereits von jener Höheherab, welche Haiinondi mit bewunderungswürdigem Talente erklommenhatte. E. Vico soll nach der gewöhnlichen Angabe um 1570 gestorbenseyn; aus einer Notiz dos Cav. Angelo Pczzana über E. Vico, Parma1842, wissen wir aber bestimmt, dass sein Tod 15C7 erfolgte. AuchG. Campori, Gli Artisti negli Stali Extensi. Modcna 1855, gibt Nach-richt über diesen Meister.

Bartsch P. gr. XV. p. 282 beschreibt 494 Blätter von der Handdieses Meisters, und wir haben im Künstler-Loxicon XX. S. 211 dasVerzoichniss mit Zusätzen bereichert. Einige Blätter sind mit dem ge-gebenen Zeichen versehen, auf anderen steht die Abbreviatur des Na-mens: AJSN., AEi\. V. F. &c. Darüber ist No. 497 und 498 gehandelt,und unter den Initialen E. V. kommen wir auf den Künstler zurück.Das Monogramm und die Abbreviatur kommt nur auf Kupferstichen vor,doch bei weitem nicht so häufig als der Name. Letzterer steht aberauch auf einem Holzschnitte, der Versicherung des A. v. Bartsch ent-gegen, welcher behauptet, E. Vico habe nicht nur nicht in Holz ge-schnitten, sondern es seien nicht einmal fremde Holzschnitte nach seinen/eiclinungen vorhanden. Der genannte Schriftsteller erklärt sieh zu-nächst gegen Huber, den Verfasser des Handbuches für Kunstliebhaber III.S. 181, wo das Bildniss des Kaisers Karl V. als der schönste Holz-schnitt des Meisters bezeichnet wird. Dieses Blatt existirt wirklich,und wahrscheinlich in einem Originalfonnschnitte. K. Vico hatte dasBildniss des Kaisers in architektonischer Einfassung mit allegorischenFiguren gestochen. Rechts unten steht: rnventum sculptumque ab Ae-nea Vico Parmeme MDL. II. 19 Z. Br. 13 Z. 8 L. Bartsch beschreibtdieses Bildniss No. 255. Die Platte wurde, nach einer Anzahl von Ab-drücken vergoldet, wodurch sie zum Drucke unbrauchbar wurde. DerHolzschnitt musste daher die weitere Nachfrage befriedigen, indem erdasselbe Porträt mit den allegorischen Beiwerken gibt. Am Architraveder architektonischen Einfassung steht: 1NVENTVM SCVLPTUMQIIEAB AFNKA V1DO PABMENSE. MDL. Nach dieser Aufschrift zunrllieilen bat E. Vico das Blatt selbst geschnitten, und es ist auch keinhinreichender Grund zu finden, es ihm abzusprechen. Ein zweiter,mit E. V. bezeichneter Holzschnitt stellt eine Audienz im DogenpalastcVW. nach Tizian oder Tintoretto. Diese Platte blieb liegen, da die'Abdrücke erst 1573 bei Ludovico Ziletti in Venedig erschienen, qu. fol.Das Monogramm des Meisters findet man auf folgenden Blättern:

1. (B. No. 7.) Der Leichnam des Herrn am Eingange des Grabesum Nioodemus unterstützt; dabei Maria und die hl. Frauen. NachRäfael. Rechts unten das Zeichen mit iM3. H. 10 Z. 10 L. Br. 7 Z.(j li. • Im ersten Druckt vor Salamanca's Adresse, und sehr selten.

2. (B. No. 14.) Die Amazonenschlacht. Bellum Amaionum. An-geblich Rafacl's Komposition, aber nach dein Frcsco des (iiulio Roman«im Palazzo del T zu Mantua. In der Mitte unten das Zeichen mit1M3. Oval, H. 7 Z. 7 L. Br. 10 Z. 3 L. - Sehr seltenes Blatt.