Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
227
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AD. Nr. 391 — 393. 227

1493 stand. Er verlioss 1492 c(ie Schule Wohlgemuth's, um in Colmar(Ion Martin Schön aufzusuchen, welcher nher bereits hei seinen Väternruhte. Wäre er der Veri'ertiger der Zeichnungen von 1493, so müsstoer sie auf seiner Wanderung, oder kurz nach seiner Heimkehr ausge-führt haben; allein diese Blattei Indien keine Analogie mit den ältestenWerken des jungen Dürer, wie mit der Apokalypse, der Passion &c.Wir möchten daher für A. Dürer den Vater entscheiden, obgleich auchdie Kunststufe dieses Meisters nicht genau bezeichnet werden kann,wenn man ihm die erwähnten Federzeichnungen absprechen will.Uehrigens ist man mit dem zweiten Buchstaben nicht ganz im Klaren.Brulliot scheint eher die alte Form des O zu erkennen, allein inSchriften des 15. Jahrhunderts ist dieses Zeichen, vielleicht mit ge-ringer Ausnahme, für 0 genommen, während das 6' in verkehrter Stell-ung von rechts nach links gewunden ist.

391. Unbekannter Formscbneider oder Zeichner, welcher in der. -^ ersten Hälfte des 1 6. Jahrhunderts lobte. Brulliot II. No. 46

TTP OH erwähnt ein Blatt mit den gegehenen Buchstahen, Welchej[^ VS-^ nach seiner Ansicht AI), oder AS seyn können. DiesesBlatt stellt die hl. Jungfrau auf dem Halbmonde dar, wie sie von zweiKugeln gekrönt wird. 11. 5 Z. 2 L. Br. 3 Z. 5 L. Man findet es ge-wöhnlich vor der Ausgabe der Psalmen, welche Dr. M. Luther 1 Wl\ besorgte.Wie im vorhergehenden Zeichen der zweite Buchstabe Zweifel er-regt, so ist diess auch hier der Fall, indem die Deutung zwischen üund (} schwankt. Wir erkennen im zweiten Buchstaben das U, undnur in dem Falle wäre an 0 zu denken, dass auf dem Holzschnitteletzterer Buchstabe verkehrt, erschiene. Beispiele dieser Art sind in-dessen nicht ganz selten. Um den vorhergehenden Künstler handeltes sich in keinem Falle. Die Zeichnung zu dem oben erwähnten Holz-schnitte deutet auf die Schule des Lucas Oranach, und ist vielleichtvon diesem Meistor seihst gefertiget.

392. Unbekannter Meister, wenn nicht Albrecht Dürer der Vater.In der Sammlung des Herzogs Albert von Sachsen-Tcschen ist eine Federzeichnung, welche eine roieh-gcklcidete, nach links gerichtete Dame vorstellt. Im

DEL: Grunde links sieht man eine andere Krau vom Rü-cken. Einige wollten in der geputzten Frau die Agnes Frey, Gattindes Albrecht Dürer erkennen, allein der Kopf stimmt nicht mit denvorhandenen Bildnissen der Agnes P'rey. C. A. Favart hat sie aufKupfer nachgebildet, kl. fol.

Man schreibt in Wien diese Zeichnung dem A. Dürer juu. zu, sieStimmt aber wenig mit den ältesten Werken dieses Meisters. Der Ver-fertiger ist wahrscheinlich der unter No. 390 eingeführte Künstler, näm-Uci Albrecht Dürer der Vater. Wir wollen aber auch eine andereAnsicht gelten lassen, da überbau])), der historische Beweis fehlt.

393. Unbekannter Meister, welchen Heller im Monogrammon-| r> n Lexicon S. 12 Albrecht Dürer nennt, aber ohne irgend ein" 'S O _9 Werk mit dem gegebenen Zeichen anzudeuten. Heller ent-nahm die Buchstaben A ü mit der Jahrzahl IMl\) wahr-scheinlich einer Zeichnung, welche aber dem folgenden

D Künstler angehören könnte. Keines i\t<r bekannten Werkedos A. Dürer ist wie oben bezeichnet, für Adolph Dowlierstimmen aber die Initialen AI) nur in dem Falle, als sich die Kunst-r ichtung der alten liolbeiuiseheu Schule in Augsburg ausspricht. DassHeller die gegebenen Buchstaben auf einem Kunstprodukte vorgefunden

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