226 AD. Nr. 390.
Ccsarauguste impresso Anno salulis -/.5.5.9. Am Endo: TIoc insuper so-lerti est industria larijisij. expensis, Petri Bernuz, Cestirauyuste, in edibusolim (leoryii Con. Anno a nalivilate domini M. I). LIX. pridie IdusJutiü exacte completum est, kl. 8.
Auf dem Titel dieses mit gothischer Schrift gedruckten Gebetbüch-leins nach Art der Livrcs d'heurcs und des Hortulus animae ist dieMadonna mit dem Kinde auf dem Throne vorbestellt. Oben sieht manmusieirende Engel, unten rechts erscheint der Kaiser mit Gefolge, undlinks der Papst mit Oardinälen. Nach dem Titel kommen 18 nicht De«zeichnete Vorstücke mit dem Calcndor und den Mouatszoichcn in kleinenHunden, hierauf 270 uummerirte Blätter, und ein Sehlussblatt mit demZeichen des G. (locus. Ueberdicss befinden sich in dem Werke Holz-schnitte von verschiedener Grösse, darunter einzelne Heilige 1 Z. 4L.hoch und 11 L. breit, Sennen aus der Passion 1 Z. 10 L. hoch und1 Z. 5 L. Breit, und 14 Darstellungen aus dem alten und neuen Te-stamente 3 Z. 2 — 3 L. hoch, und 2 Z. 6 — 8 L. breit. Das Zeil ■heusteht nur auf Blatt 159, welches die Auferstehung des Lazarus vorstellt.
Die Ausgabe von 1559 ist eicher nicht die erste, sondern einespätere, wie das noviter impresso andeutet. Georg Cocus hatte nachFalkenstein in den Jahren 1500 — 1531 zu Saragossa eine Druckerei,welche Peter Bernuz erwarb. Somit durfte die eiste Ausgabe des Ilo-rariums zu Anfang des IB. Jahrhunderts erschienen seyn. Die Holz-schnitte weisen im Style auf den Charakter der venetianisch-paduanisohonSchule, und mehrere ISlättcr, besonders die Kreuzabnahme, Hl. No. 64,erinnert offenbar an A. Mantcgna. Die Technik des Formschnittes,wobei nirgends Krouzschrafiiningeii vorkommen, ist bei einigen Blätternso unbeholfen, data zwei verschiedene Hände sich kund geben. Diegeringereu Blätter sind nicht von dem Meister A. Ü. , oder vielmehrA. R., da die Form des zweiten Buchstabens dem I) weniger, als deinE entspricht. Ein spanischerFormsohneidcr aus der früheren Zeit des16. Jahrhunderts ist nicht bekannt, die Buchstaben A. E. könnten aberauch den Zeichner andeuten, vielleicht den Maler und BildschnitzerAlonso oder Andres Espinosa. Beide Künstler gehören der älterenKunstrichtung an, und als Bildschnitzer lag ihnen wohl die Technikdi's Formschnittes nicht so ferne, als anderen Meistern der spanischenSchule. Sie arbeiteten zu Anfang des 16. Jahrhunderts in der Cathe-dralc zu Palenzia.
390. Albrecht Dürer der Vater könnte der Vcrfertigor jener Zeich-
q / nungon seyn, welche einen oberdeutschen,
C ^T^ /"S ^ ''''' B'icbtung Wohlgemuth's angehörendes
J -j*\ \j) / /JL93 Meister beurkunden. Sie tragen die gege-
Q_ \j benen Buchstaben mit, der .labrzabl f40d>
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r^A vf 'XOP iMg« 1 «er»treuteB Blatter ist der heilige»
\ V r tlrkunde entnommen, der Künstler zog aber
I auch die Architektur und die Ornamentik in
seinen Kreis, so dass es sich um einen Maler, und auch um einen
Goldschmied bandeln könnte. Goldschmied war der alte Albert Durcr,
ein gar künstlicher Mann, wie. sein gleichnamiger, weit berühmterer
Sohn selbst von ihm sagt, Brulliot 11. No. 46 u. 67 bemerkt, dass diese
Zeichnungen in der Auffassung der Gegenstände der Weise des Albrecht
Dürer sieb nähern , was aber nur dadurch Sinn erhält, wenn man die
Richtung der alten fränkischen Schule darin vertreten findet. Mai'
kennt die Kunststufe nicht genau, auf welcher Albrecht Dürer der Sohn