228 AD. Nr. 394 — 395.
habe, bezweifeln wir nicht, seine Angabe frommt aber wenig, da siekeinen Anhaltspunkt zur weiteren Forschung gibt. Wir machen (lahernur noch muthmasslich auf den Monogrammistcn AI)J<\ tSii aufmerk-sam, dessen Malwerk in der k. k. Gallerfc zu Wien zu den Glanz-punkten der alten deutschen Schale gehört.
394. Adolph Dowher, Bildhauer von Augsburg, erscheint unterA TA dem Jahre 1491 im alten Bürgerbuche der Stadt als Meister,
-ii-J-^-und noch die späte Nachwelt sichert ihm ein ehrenvollesTT T"\ Andenken. Mehrere seiner Holzsculpturon mögen zu Grunde/"» ■*"' gegangen seyn, oder unbekannt liegen. Jm Jahre 1514 fer-tigte er für den Frühmessaltar der St. Ulrichs-Kirche zu Augsburg einehölzerne Tafel mit Reliefbildern, wofür der Knustler nach Stetten,Kunst- und Gewerbsgeschichte der Stadt Augsburg 8.451, die Summe von350 Gulden erhielt. Von dem grossen Kufe, welchen Dowher genoss,zeugt der Hochaltar der Kirche zu Annaberg in Sachsen, welcher inRundwerken den Stammbaum Christi darstellt. Diese Sculpturcn be-stehen sämmtlich aus Solenhofer Kalkstein, und sind auf einem Grundvon röthlichem Marmor aufgesetzt. Der Stammbaum geht von derBrust des zu Unterst liegenden Adam aus, und in sieben, von Säulenund Simsen im italienischen Geschmacke des 16. Jahrhunderts einge-fassten Feldern treten die Hauptpersonen in halben Figuren aus Blumen-kelchen hervor. Die Bilder sind sehr ftoissig, wenn auch etwas trockengearbeitet, die Köpfe mit dem im Einzelnen ausgeführten Haar sehrindividuell und mannigfaltig, die Zeichnung sorgfältig, und die Ge-wänder haben neben gothisch kuittrichen auch Falten von sehr reinenund zierlichen Motiven. Es zeigen sich noch Ucberreste der zierlichenBemalung. Dieser Altar wurde 1522 aufgestellt, und aus der Chronikvon Annaberg erhellet, dass Meister Adolph von Augsburg ihn für2551 Gulden gefortiget habe.
Die Buchstaben AI) findet man auf Medaillons in Holz, welcheBildnisse enthalten. Jene des Leopold Braun von 1524, und des Wolf-gang Poemer aus demselben Jahre sind in der Sammlung des Kauf-manns Hainlein in Nürnberg. Die Buchstaben mit dem gothischen Aschreibt Heller, Monogr.-Lex. S. 12, dem A. Dürer zu. Sic sollen sichauf Medaillen finden; allein die Medaillen und Reliefs in Holz undSpeckstein, welche man von Dürer's Hand findet, sind wohl meistensmit dem bekannten Monogramme versehen, und auch unbezeichnet.
395. Andreas Donauer, oder ein anderer unbekannter deutscherGoldschmied, welcher in der zweiten Hälfte des 15. Jahr-hunderts gelebt hat. Wir kennen ein Blatt mit den gegebenen
Tjv. Initialen, welches ein göttliches Laubwerk enthält. Unten inJ\.V- der Mitte stehen die ersten Initialen. II. 2 Z. 3 L. Br. 2 Z. 6 L.Das zweite Zeichen fanden wir auf einem alten, noch an die Schrott-manier erinnerndem Blatte, welches einen Heiligen im weiten Gewändemit dem Stocke in einer Einfassung von Laubwerk zeigt. II. 2 Z. 8 L-Br. 2 Z. 1 L. — In einem Auktions-Oataloge von L. v. Montmorillon,München 1843, No. 629, ist ein mit A.D. bezeichnetes Blatt aus derersten Zeit des Metallstiches angegeben. Es stellt eine Heilige mi'einem Blumenkorbe dar, das Ganze in einer Einfassung von Blumen.H. 2 Z. 9 L. Br. 2 Z. 1 L. Wir glauben, dass der Verfertiger auchdie beiden obigen Blätter gestochen habe. Für den Träger der InitialenA V. haben wir keinen bestimmten Namen, in den alten Papieren derSt. Lukaszunft in München kommt aber ein Andreas Donawer als Gold-schmied vor. Er arbeitete um 1470—1480, und wird als Stecher i' 1Metall gerühmt. Die oben erwähnten Blätter fanden sich in München
AD.