Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
221
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AD. Nr. 369 — 372. 221

Die Copie nach Goltzius kannte vielleicht Christ, und daher sagter wohl, dasa sein muthmasslicncr A. Drehber nach Goltzius und an-deren Meistern, und zwar um 1590 gearbeitet habe. Malpö schrieb ihmnach, und Heller setzt Drchbor's Tliütigkeit um 1570.

369. Unbekannter Maler, welcher wahrscheinlich in Holland lebte.#\'A F. lirulliot I. No. 243 fand dieses Zeichen auf Gemahlen,

l\J welche Sccbildor vorstellen, aber in einer eigentümlichenS, Manier behandelt sind. Der Künstler wollte den Kupferstich/6 5 7 nachahmen.

370. Unbekannter Maler, welcher in der späteren Zeit des 15. Jahr-TC\ hundert! in Deutschland lebte. Wir kennen eine braun lavirte

J\J Federzeichnung mit seinem Monogramme, 4. Dieses Blatt stelltdie hl. Jungfrau mit dem Kinde und eine betende Heilige vor, undverrälh Bekanntschaft mit den Werken des Martin Schön, wenn nichtüberhaupt den Finfluss der Schule des van Eyck. Eine zweite Zeich-nung mit dem Monogramm AI), ziemlich in der Form des obigen, warin der Sammlang des Decan Vcith, welche 1835 von lt. Weigel be-schrieben wurde. Diese Zeichnung stellt eine der klugen Jungfrauenaus dem Evangelium vor, stehend mit langem Haare, auf dem Scheitelmit Dornen, und ein flammendes Gofäss nutend. Diese Figur ist mitder Feder gezeichnet, in der Manier des Martin Schön, kl. 4. Viel-leicht handelt es sich um den folgenden Meister.

371. Unbekannter deutscher Kupferstecher, welcher in der erstenZeit des 16. Jahrhunderts lebte. Sein Name scheint indessenunter dem gegebenen Zeichen nicht verborgen zu seyn, sondernjener des Albrecht Dürer. Man findet es auf einer Copie nach

Dürer's jüngstem Gerichte in Holzschnitt, B. No. 52. Christus sitztauf dem Regenbogen mit Schwert und Lilie zu den Seiten seines Haup-tes, und zu seinen Füssen knieen Maria und Joseph in Wolken. Untenlinks Ist der Ilinnnelsraum, rechts der Höllenrachen. Im unteren Randesteht: Zur selbigen Zeit urirt dein volck errettet werden etc. Daniel. 12. Ca.H. ohne Schrift 4 Z. 7 L., mit derselben 5 Z. 2 L. Br. 3 Z. 10 Z.

Dieses alte Blatt wird von Schöber, Hüsgen und Lepel irrig demA. Dürer selbst zugeschrieben. Im Holzschnitte macht diese Darstell-ung des jüngsten Gerichtes das Schlussblatt zur Passion von Dürer.Der Kupferstich dürfte um 1515 entstanden seyn. Das Exemplar ausder Sammlung des Pathos Prims war einem Buche aus jener Zeiteingeklebt.

372. Adolf Alexander Dillens, Maler und Radirer, geb. zu Gent2T\ jT) 1821, Schüler seines Bruders Hendrick , gehört zu den tüch-

■TMy/V, tipjstou jüngeren belgischen Meistern. Er malt Scencn aus demhäuslichen Leben, theils auch im Gewände des 17. Jahrhunderts.Einig« Stoffe wählte er aus den Gedichten des Prudentius van Duysc.A. Dillens radirte auch mehrere Blätter, welche von A. Siret inden Annale» de l'Academic d'Archeologie de Belgique, und in einemExtra-Abdruck: Des Graveurs Beiges. Anvcrs 1856, p. 8, beschriebensind. Mit dem auch auf Zeichnungen vorkommenden Monogramme desKünstlers ist das Bildniss des Mr. Versturme in Gent bezeichnet. Ess teht an der Spitze dessen Oataloges, und gehört zu den schönstenNadelarbeiten des Meisters, da, der Kopf sprechend und trefflich mo-«ellirt ist. Siret beschreibt noch 7 andere Blätter des Meisters,Welche aber mit dem Namen bezeichnet sind. Sie gehören zu den vor-züglichsten Erzeugnissen ihrer Art.