28
220 AD. Nr. 366-368.
nach den vier Evangelien , erfunden und gezeichnet von Carl Merkel Ac.Farbendruck. Berlin bei Alexander Dunker 1853, gr. 4.
Das Monogramm bezieht sieh also auf keinen Künstler, sondernauf den k. preussiseben llofbuchhäiidlor A. Dunker.
366. Dominique Vivant Denon, als geistvoller Kunstkenner, Ge-lehrter und Künstler bekannt, bezeichnete auf solche "Weiseein radirtes Blatt mit der hl. Familie. Andere Radirungensind mit W/V versehen, und da, das gegebene Zeichen nur ein-mal vorkommt, werden wir unter UN und JJn. ausführlicherüber diesen berühmten Mann handeln. Das Zeichen besteht
nicht aus AD, sondern aus l)V.
367. Jan van Oelft dürfte der Träger dieses Zeichens seyn./ Brulliot I. No. 271 fand es auf (icmäldon in der Weise
/ b 4f 0 Ö6* Cornelis van Harlem, kennt aber den Namen des Ver-fertigers nicht,
Jan van Dolft, auch J. Delfius und .T. a Helft genannt,war Schüler des Cornelis van Harlem, und kann daher inder Weise desselben gemalt haben.
368. A. Drebber wird der Triiger dieses Zeichens genannt, für*r—^ welchen aber wahrscheinlich Daniel Aldenburgh eintreten/\ J / TT\ muss. Das elfte dieser Zeichen gibt Christ S. 82, und
■^ ^^ •**' nach ihm Malpc II. p. I. No. 23. Beide legen es einemKupferstecher A. Drebber hei, welcher nach II. Goltzius, B. Spranger,Heemskerk &c. gearbeitet haben soll. Allein einen A. Drebber kennendie holländischen Kimsigeschichtschreibcr nicht, nur einen CorneliusDrebbel , welcher nach Goltzius die sieben freien Künste unter weib-lichen Figuren gestochen bat. Fs lebte aber auch ein Zeichner oderMaler Adrian Drebbel, welcher um 1580 thätig war, und ebenfalls ver-gessen wurde. Sein aus AI) II bestehende» Monogramm steht aber unterden bisher unaufgelösten Zeichen. Von diesem Adrian Drebbel kannjedoch hier wohl keine Bede seyn, da das zweite Monogramm, welchesvon keinem Schriftsteller erwähnt wird, auf einem Blatte mit Hinweis-ung auf die Stadt Cdln sich findet. Wir verdanken die Kenntniss des-selben dem Hrn. Robert Brulliot. Es stellt den hl. Tgnaz von Loyola inhalber Figur vor, wie er nach rechts gewendet vor dem Crucifixe betet.Das Zeichen steht rechts unten, und im Bande liest man: S. lgnatiusLoyola Christo Uno. Pauperie quod opes, Cruce mors, coro flaminc — —dedit, und tiefer: Alligit togam S. P. Ignatii Coloniae. II. 3 Z. 1 L.Br. 2 Z. 5 L. Rand 8 L.
Da dieser Kupferstich auf die in Cöln befindliche (?) Toga deshl. Ignatius von Loyola hinweiset, so glauben wir unter dem Mono-gramm AD den Kupferstecher Daniel Aldenburgh vormuthen zu dürfen.Dieser Künstler lebte in Cöln, und stach im ersten Viertel des 17. Jahr-hunderts für den Verlag von G. Altzonbach und J. Bussemacher.Merlo, Nachrichten über Cölnische Künstler S. 20, zählt einige derseltenen Blätter dieses Meisters auf, auf welchen aber der Name des-selben steht. Das Blatt mit St, Ignaz von Loyola muss aber in dessenfrühere Zeit gehören, da es gegen Knde des 16. Jahrhunderts gefertigetseyn dürfte. Es wäre indessen möglich, dass es zwei Künstler diesesNamens gäbe, wovon der ältere der Schule des II. Goltzius angehört.Auf einer Copie der hl. Familie mit den Kirschen nach II. Goltziusnennt sich nämlich der Künstler Daniel Aldenhorg, und es wäre nichtunmöglich, dass der jüngere Meister dieses Namens, vielleicht der Sohn,in Cöln dem Namen Aldenhorg durch Umwandlung in Aldenburgh undAltenburgh einen deutschen Klang gegeben habe.