Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
80
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80 AB. Nr. 184- 186.

Dieses Werk ist, von einem holländischen Meister aus der früherenZeit des 16. Jahrhunderts, und verräth einen Künstler, welcher mitder Kiinstwoisc <lrr alten Schule bereits gebrochen halte, aber noch inder Durchbildung zur neuen begriffen ist. Uni die Lenden des Ge-kreuzigten schliosson sieb Siegende Tücher, wie in Schoorol's Bildern,und der Ausdruck des Sei......izes und Mitleiden« in den Hauptfiguren

ist energisch. Das Gold ist Dicht mehr angewendet) nur in den Licht-

partbien in den Haaren, und an einigen anderen Stellen ist Goldfarbe

gebraucht An einigen Bäumen der Gewänder ist Schrift zu bemerken,

deren Sinn aber nicht klar wird. Der liesilzcr des Hildes versicherte

uns, einen alten Kupferstich mit derselben Composition gesehen zu haben;

Ueber den Meister haben wir nur eine Tennuthung, Ein Ähnliches

A. B. fanden wir auf einer Zeichnung dem Arnold de Heer beigelegt,und vielleicht ist auch das Hihi der Kreuzigung von ihm. Das Mono-gramm gebort wahrscheinlich einem Künstler an, indem es allein stehtund in Goldfarbe aufgetragen ist, während die Schriften an den Säumender Gewiinder schwarz erscheinen,

184. Arnold Brun oder Bruyn soll der Trager dieser Initialen seyn.*- »■ i -p^ Nach einer gefälligen Mittheilung findet man sie auf einem#\ K schönen weiblichen Bildnisse, welches vor etlichen . Jahren"* *■ ■*■** • zu Speyer in die Hände eines Kunsthändlers überging.Die junge Dame erschein! im Costüme des 1(i. Jahrhunderts, und istvon einem Meister gemalt., welcher der Richtung des Hans llolboiufolgte. Wenn nun die Buchstaben A n. sieb nicht auf die dargestellte Per«son beziehen, so könnte man wohl an A. Brno denken, da dieser Meisterauch eines aus diesen Initialen gebildeten Monogramms sieh bediente.

185. Giovanni Andrea Beltrafno? Nach Hrnlliot l. No. 95 findet

I man das gegebene Zeichen auf Gemälden, welche an jene des

*T* Bernardo LuinJ erinnern, nur aber trockener erscheinen, und/\ • 1-4 nicht mit jener Meisterschaft behandelt sind, welcher sich

Luinl erfreute. Den Namen des Monogrn.minNloii nennt Brul-liot nicht, so wie er auch nicht angibt) wo sich Gemälde mit, denBuchstaben ab. finden.

Die Richtung des Bernardo Luini ist jene des grossen Leonardoda Vinci, welchem sogar Gemälde Luini's Zugeschrieben wurden. Bel-traffio gehört derselben Schule an, konnte aber weder den einen, nochden anderen der genannten Meister erreichen. Im Ganzen aber erin-nern seine Werke an die Art des Leonardo, und somit auch an jenedes B. Luini, dessen Lebenswärme ihm aber fehlt. Ks ist daher wohlmöglich, dass das gegebene Zeichen dem Beltrafflo angehöre. ZumVergleiche dient das Gemälde der hl. Jungfrau mit dem Kinde, unddem Donator Girolamo Ceti, welches aus der Kirche La Misericordiaausserhalb Bologna in das französische Museum gelangte. Auch in der

Gallerie des Museums zu Berlin sind zwei Gemälde von Beltraffio-Kr starb 1516 im 49. Jahre.

186. Unbekannter Maler- Nach Brulliot II. No. 13 findet man. __ diese initialen auf Gemälden in der Weise des

/\ II 1517 EmuFloTiM, allein es ist zu bemerken, dass dieser1 *- x - f# ' * Meister erst gegen 1(26 geboren wurde, und somit

kann ein A B. 1517 nicht in seiner Manier gemalt haben. Von dem

sonst unbekannten A,. Bommerdt, auf welohen Hrnlliot nach einer hand-schriftlichen Notiz des Mr. Ilazard verfiel, kann ebenfalls keine Hedeseyn, da diesei- Maler 1646 gelebt haben soll, wie Qelle'r angibt. Wennsieb nun. wie wir glauben, wirklich Gemälde mit AB. 1517 finden, somüssen wir die Entdeckung seines Namens einem Glücklicheren überlassen'