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1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
81
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AB. Nr. 187. 81

187. Alessandro Bonvicino, genannt, il Morctto da Brescia, go-

A-g--. hört ku den grössten Malern dos 18. Jahrhunderts, und er|-i wird mit Unrecht zu den Nachahmern Tizian's und Bafael'sgealhlt. In koinom Werke Bber Kunst und Künstler wirddun sein verdientes Lob zugemessen, und daher möge man dieses auch•AT das neue allgemeine Künstler- Dexicon zur Notiz nehmen. Bonvi-(; rno ist so originell als Tizian und Rafaol Sana TOD. IJrbino. ErschöpfteWie diese Meister aus der Natur nnil seinem eigenen geistigen Born,"nd wenn er sicli von Tizian und allen Künstlern seiner Schule aufden ersten Blick unterscheidet, so treten alle jene Vorzüge, welcheMoretto besitzt, in Bafael's Werken nur noch in einem höheren Gradehervor. An Reinheit der Seide, und an religiöser Begeisterung einemBeato Angelieo gleich, ging er an die Ausführung eines Hildes derMadonna nur nach dem Empfang des hl. Sakraments, und nach einigerVorbereitung durch hasten und liehet. Seine Figuren sind gewählt,SttWeilen etwas Statuarisch, aber von eÜMf Würde und einer Schönheitder Form, welche theila durch den seelenvollen Ausdruck der Köpfe,•«il« durch die Buhe und den Brut des ganzen Wesens nur nochWehr hinreissen , und das Gefühl des Religiösen erwecken. Dabei be-sitzt Moretto auch in malerischer Hinsicht grosse Vortage, alle Beizedes Colorits und des zauberischen Helldunkels, gesetzt auch, dass dieseMittel nicht in allen Bildern in gleichem Ma.asse erschöpft sind. ImAllgemeinen huldigte er der kalten Farbenscala, indem er mit Vorliebelilau, Weiss, Grau und Schwan anwendete, damit aber alle übrigenNuancen verband, wodurch seine Gemälde bei dem reinen Himmelblau"" schönsten Silbertone leuchten, und dem Auge eine wohlthiitige BuheBewähren. Tizian Wählte immer die warme Karbenleitor, und erzielte'bdier das Gogenthcil von dem, was Moretto mit Bewusslsovn anstrebte.J ' ft r bis in die Floischthoilo gehende grauliche Ton in den Bildern'"isers Meislers ist dem Tizian bei seiner goldigen Wärme unbekannt**nzj fand den eigentümlichen Farbenton in Moretti's Gemälden be-''•''ts auffallend, und von jenem Tizian's abweichend, er bemerkt aber•Onderbarer Weise, dass sich der Künstler in den Draperien nur selten!' fi s Blau bedient habe, während im Gegonllieilo gerade das helle Blau"l Moretto's kalter Tonleiter vorherrschend isl. Die Werke dieses be-r j'duiiten .Meislers sind zahlreich, sowohl in Italien als in Deutschland.Wnige musste ihm Pordenone überlassen, wie das berühmte Hihi derMadonna mit den vier Kirchenvätern, welches 1845 ans der Gallone'eseh für 80,000 l'V. in das Museum zu Frankfurt am Main überging.N wurde von jeher dem Pordenone zugeschrieben, tragt aber alleKennzeichen dos Moretto da Brescia. Dien ist auch mit dem ma.je-'tfttigehen Hilde der hl. .lustina. mit dem Einhorn in der Gallerie des'adveilere zu Wien der hall. Der Catalog wird es wohl noch lange¥• ein Gemälde dos Pordenone bezeichnen, während die k. k. Gallerieüiirin geradezu eines der Meisterwerke des Moretto besitzt,

. Mit A. B. bezeichnet kennen wir nur ein einziges Bild, das l'or-fait eines Mannes, wahrscheinlich einet Arztes im Palazzo Brig-"°'e zn Genua. Am Sockel dos Hintergrundes stobt in vier Zeilen:v<»V yv X Stt \ MD | XXX | TU A. B. Andere Gemälde tragen denRainen des Meisters, die meisten sind aber unbezeichnet. Auf einem^'"ssen Gemälde der Gallerie in Venedig, welches die Magdalena vor-2®|"i Wie sie dem Herrn die Küsse salbet, liest man: Alexander Moretus/'■''• f- M. Ü. XV. Auch in S. Giorgio zu Verona, ist ein Hild mitj, (!ni Namen des Künstlers. Es stellt die hl. Cäcilia mit mehrerenfauen vor, und oben die Madonna mit dein Kinde.