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Monumenta Wormatiensia : Annalen und Chroniken
Entstehung
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616
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616 Streit mit dem Bischof.

Streit mit dem Bischof im Jahre 1490.

1490 begann ein neuer Streit zwischen der Stadt und dem Bischofüber Frevel und Friedbruch. Morneweg l. c. p. 130 ff. hat ihn nach deroffiziellen Schilderung des Stadtschreibers in Band nr. 1934 dargestellt.5 Wir geben hier nur den Brief der Stadt an den Churfürsten, worin dieHauptmomente des Conflicts klar angegeben sind, nebst einigen An-merkungen aus der offiziellen Fr Zählung:

Durchluchtiger hochgeborner fürst! Uwern f. gnaden entbieten wirunser undertenige gantz willige dinst und was wir eren liebsz und guts ver-is. Aug. io mögen allzyt zuvor. Gnedigster here! An rnontag nehst vergangen hateyns domhern knecht 1 eynen armen unser gemeynde 2 vor synem huse mitwerhaffter hant ubberlauffen zu ruck inn ine gehauwen und sie eynanderswerlich gewondet, da unser burgermeister 3 zu kommen ist und sie beideuff frischer dait zu handen genommen und den verwonten zugut sie in

15 Scherrcr huser* thun füren und verhüten lassen. Darunder unser gnedigerhere von Wormsz, der die zyt in unser statt gewesen ist, zu unserm burger-meinster geschickt und lassen gesynnen des domhern knecht synen gnadenzu ubberantworten etc., das denselben unsern burgermeinster ungepurliehbeducht, so nach fryheitten und alten herkommen unser statt auch sunder-

20 lieber vertrege mit bischoffen und unser uns gepuren frefel und frydbrueh inunser statt zu richten und straffen und die dinge an uns zu bringen alsouffgehalten alsz dann gescheen, darunder und in steter ubung und handeider sach gutlichen zwuschen unserm g. hern von Wormsz und uns wyterdurch ettlich domhern understanden ist uff meynung den knecht usz des

25 Scherrers husz und unser entpfelnisz zubringen. Darzu so hat unser gnedigerher von Wormsz den knecht thun in glubde nemmen alles hynder uns un-wissends und ubber eyner underredde gutlichs anstands uff anbringen anuns, des wir meynen sich ye nit gepuren soll, und alsz wir soliehs ubungvermerekt han und uff ernstlich anruffen umb recht des unsern verwonten

30 huszfrauwen, nachdem der unser vast swach und syns lebens sorg was,haben wir denselben knecht in unser gewarsam genommen und zu unsermg. hern von Wormsz zum zweittenmal geschickt 5 , syne gnade gebetten denknecht der glubde ledig zusagen, wes sich dann gepure, wolten wir uff guteunderrachtung der billicheit nit weigern; das alles unser g. here von Wormsz

35 abgeslagen und uff synem vornemmen beharret 6 . Also haben wir vermerekt,das uwer f. gnade uff fryttag zu nacht nehst verruckt zu Dynnstein sin wolltund unser bottschafft uff denselben abent 7 und uff samszdag zu morgen

1 Schenck Adalarius eyns domheren knecht. ' eyn deschenmecher neben

Ruprecht Wyndecker gesessen am margk. 3 Hamman Rebstock genant Lies-

40 perg. * nemlich in Bernhart Scherrers hus am Bogen. " Und stvar Adam

stattschryber. Der Bischof war in Germerszheym, wohin er sich am Heidelberg wegendes Sterbens daselbst geflüchtet hatte. ' Er sagte: Er were der fürst und here zu

Wormsz, es hett auch nyemant daselbst zurichten odder regieren daDn er odderwen er darzu setze etc. ' Hamman Liesperg Bürgermeister und Andreas Stadt-

45 Schreiber.