522 Tagebuch des Reinhart Noltz.
10. Aug. Laurentzen tag zu 3 uren nachmittag in der pfaltz des bischofs hof zu
Gostentz uf bitt der sendtbotten, als gewonlich, herren Hansen L&nd-[488]
schaden ritters, der von der Pfaltz ein potschafft was, und Dr. Haring Friesz"
domherren zu Worms, der alles disz Unglücks ein fürer was, ward dem
s bischof geliehen dcrmasz, dasz der graf Itelfritz von b Zollre, der zit hof-
meister, in bisin kgl. rnayestat so viel dazu not in insigniis regalibus sagt
diese oder derglichen wort: herr von Worms! die Romische kgl. rnayestat uf
manigfaltige fürbitte churfürsten fürstcn und herren der stände des h. richs
will uch liehen uwer regalia, doch mit protestation und mit vorbchaltung der
io begnadigung, so [434] sin kgl. rnayestat den ersamen des richs lieben ge-
trewen burgermeister und rat und gemeiner statt Worms hinfüro getan hatt
mit der weltlichen obcrkeiten hcrrlichkeiten und gcrcchtigkeilen; wolt ir
solches empfangen, ist sin rnayestat willig. Daruf der bischof sagt: .la!
Also im geliehen und uns notdürftige Urkunden mit 0 kgl. rnayestat anhangen-
is dem ingesiegel bi einem ersamen rat verwart geben l .
a ) IIa. Haringfasz. b ) von fehlt in der IIa. °) Hs. und.
lassen, als man dir hievor angezeigt . . . hat. Am 7. August entschuldigt sich derPfarrer zu Heppenheim uft' der Wysen gegenüber dem liathe, er habe auf der Kanzelgegen Worms reden müssen. Auch aus anderen Klagen und Entschuldigungen erstellt
20 man die gegenseitige Gereiztheit.
.Endlicli kam im Laufe des Augusts ein Abschied zu Stande: 1, Das die g«-inelten von der priesterschaft die von Worms aus dem bann lösen hiezwischen unds. Egidyentag mit den minsten kosten. 2. Das daruff . . . die priesterschaft't sambtund sunder mit iren haben und gutern widerumb f'rey und sicher in die gemelt
2S statt Worms ziehen und komen und daselbst wonen und wesen auch sich irer frey-haiten guter gewonhaiten und altherkomen . . . genieszen sollen. 3. Soll jeder Theilzwei nnpartheiische J'ersonen wählen, die in einem Monat nach Datum dies Briefesgeyn Wormbs in die statt komen an ein gelegene malstatt. Können die zu keinenSpruch kommen, so sollen Herzog Friedrich von Sachsen, Johannes von Nassaw-
30 Tillenburg, Caspar freiher zu Morszperg und Beftbrt einen zum Obmann kiesen.In drei Monaten soll die Sache ausgetragen sein. 4. Es sollen auch . . . die priester-schaft't nit weinschenckon zwuschen dato disz briefs und den h. weynachten.
Zunächst hatte dieser Abschied keine Wirkung, denn noch am IS. Aug. beklaifisicli der Rath in einem Brief an die Gesandten in Konstanz: Nichtdestminder « lü
.is pfatt'heit in irem geistlichem furnemmen procediren und sunderlich an nehst ver-ruckt f'rytag durch Anthonium Leisten invocatio brachii secularis den pfalfen er-kennt und nachvoigends sondags verkundt . . . Die pfaft'en lassen uch handelnund machen was ir wolt und geen sie iren wegen. Sunderlich haben sich ethehder pfaffen . . . hören lassen, das sie in solichen ytzigen abschoit nit willig*-' 11
4u wollen und solten sie haut und bar darüber verliren, erzeigen sich auch dem g< ! "messe mit den wereken, lassen stetigs ir procesz für und für als in namen achtund aberaeht verkünden, ersehynet sich wol uft' den marektagen, die unsern werdengemitten, wo sie wider und für den merekd kommen oder sunst hin wollen nit lfl"gelassen, kauften und verkauften, essen und drincken etc. vorsagt, ir zinsz gulten
45 schulden und anders verbotten, der sich die unsern hoch besweren und beclag« n 'zu besorgen die lengo einst ein unluscht bringen möcht, auch villycht etlich «> lssunderlich ungewogen uff der pfaft'en wyter procediren und anslagen invoca-tionbrachii secularis etc. gegen uns und den unsern wyter understeen, das besser ftl*"kommen. Darum sollten die Gesandten ein sclmrfes Mandat vom König rerlanflcn,
so by schütz und schirm des h. rychs verlirung.
1 Am 10. August erlitss Maximilian ein Mandat: Bekennen als wir dem , ' 1 "wirdigen Reynhartcn bisehoff' zu Worms unserm fursten und lieben andechtigen "hude datum sine regalia umb vorbiedt churfürsten fursten unil andere stunde n<^h. richs so auff dem gehalten richstag alhie zu Costentz byeynander besammelt g e