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Monumenta Wormatiensia : Annalen und Chroniken
Entstehung
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361
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Memorial über das Kriegswesen. 361

Item die pfaffen predigen und leren uns also und sprechent: so dermensch sy in der zyt der gnaden, so soll er vil guts thun mit fasten, mitbeden und mit almuszen geben und mit vil guten [ h ] wereken, und sagenauch also: ein heller besser vor eins menschen dot umb gotz willen gegebenaan darnach vil mehr. Aber ich meyn, wolt in einer ein gülden umb gots swillen geben, sie nement ine vil lieber dan einen heller, dan sie habent vilkynder und wyber mit ine gefort, die sie mussent herncren.

Demnach als die pfaffen predigen und leren, so der mensch ist in derzyt der gnaden, dasz er vil guts thun soll, so sag ich, esz were wol undgut, were [37] ime also nachkemc, aber usz derselben geistlichen lere so 10nemen ich ein weltlich lere, got und seiner lieben mutter nit zu leyde nochsmache gesagt und sprechen also: so ein stat ist in der zyt der gnaden unddesz fridens» und sie noch nyemant anfecht oder understeet zu zwingen oderz u scheddigen, so sol sie ir selbs vil guts thun und soll bestellen vil buxenlangspiesz und hembbarten und vil pfil und pulver und so[ll] vil stein auf die 15m uren und thurn tragen. Man sol auch viel schuffein [ h ] und beslagenniersz und roddhauwen bestellen, da man winter und somer mit in daszertnch graben khunde, wansz not geschech. Man soll auch viel fesser vollguter fuszysen bestellen und vil bwholzer und breder und bort, damit mane 'n notmuren machen kan, wann die steinernen mure abgeschossen wurde, aoMan soll auch mel, frucht und wein bestellen, dasz man nit pferde, honde,katzen und ratten und musze darf essen als zu Nusz z . Man soll auch mul-werck machen, [38] ob ein bach entweltigt wurde, dasz man dennocht malenkhunde. Esz ist manch gut gesell im Nyderlande geweszen, der wolc an-zeygunge gebe, wie man wintmulen mecht, wasz leg daran, dasz man ein 25auf sant Andrisz kirchhof stelt. Esz ist doch khein pfaff da, den sie anseinem gesang irre mit irem rasseien oder malen. Auf die frey hofstat oderanderszwo mocht man auch ein hinstellen. Auf der Juden kirch[hof] oderwo wyt hoch plen syndt [<>].

Item wan esz ein erberen rathe ducht gut sein, so mecht man wol 30Wasser mulen by dem Nuwen thurn uf dem Reyn, wie dan an vil endenauf dem Rein Stent. Die molen musten also nohe by dem thurn sein, daszm an sie vom thurn mit geschutz entreden konde.

Item ich han lender stett und flecken sehen zwingen durch mulwerek.yent die grosz houptstat in Flandern wart gezwungen durch die mulen, die M■ne [39] abgebrannt wurden.

Item solich ding soll man alles vorbestellen, ec man esz bedarf, wanm an beyt bisz in die not, so ist esz etwan zu lang gebeit.

Item do man vor Uttrich lag derselb krieg erhöbe sich also mit einembischof, der sich mehr understunde an sich zu bringen oder zu brechen, 40

a ) Am Rande von anderer Schrift: Felix civitas que tempore pacis de hello cogitat.

1 niersz nocli jetzt in Worms mundartlich für eine Art Schaufel. 2 Belage-

V™<} von Neuss durch Karl den Kühnen 1475. Heber die llungersnoth duschst vgl.™}crstraat, Histori des Meegs van Nuis ed. A. Ulrich in Chroniken der deutschenvmdte. XX. Leipzig 1887. p. 551 ff. 45