II. Eine latein. Übersetzung der griechischen Version des Kalilabuchs. 61
der Disciplina clericalis. Unser Text steht ohne Überschrift auffol. 135 r —193 v . Die Initialen sind nicht durchweg eingesetzt, auchist oft freier Raum dafür gelassen. 24—29 Zeilen auf jeder Seite,gelegentlich finden sich Randanmerkungen, die den Inhalt betreffen.Die Textform ist mangelhaft und unvollständig, eine größere Lückeerstreckt sich von Capit. VII — XIV einschließlich. Doch bildetdieser zweite Textzeuge bei aller Verstümmelung eine für denkritischen Text höchst willkommene Ergänzung.
Der Wert dieser lat. Übersetzung besteht zunächst darin, daßsie sämtliche drei Prologe des Originals enthält, um deren Über-lieferung es besonders schlecht bestellt ist. Prolog A = Sendungdes Burzöe nach Indien. Prolog B = Abdallahs Vorwort. PrologC = Burzöes Einleitung. Prolog A beginnt: Husrois Persarum[rex], qui dicitur Ansornanus, filius Caidat, discens quod aput Indoserat quidam liber conscriptus ab intelligentibus et sapientibus viris,habens parabolas utiles Ulis qui in solacio conversantur, tarn magnisquam parvis, tarn dominantibus quam hiis qui sub dominio sunt, etipse est liber Kyliles etDimnes, et quod erat ille liber abs-consus in secretis imperatoris etc. Es fehlt also hier jene fälsch-liche griech. Umnennung: onsg satl Zlrsqxxvkrjg y.ccl 'IjvrjlKrrig. DieEigennamen sind oft entstellt: Ansornanus = 'AvccöovQuvög, Pericce= I7eq£ov£, = Percencencari = IIaQ^£xt,eii%d(i. Der Prolog B beginntdiesmal mit dem arabischen und griechischen Titel: Inicium libriKililes et Dimnes, id est Stephanitis et Ignilatis, quiinsimul scripserunt proprie de sermonibus et fabulis hominum sa-pientum et intelligencium et de nugis eorum et quomodo locutisunt per ora animalium irracionabilium et volatilium, ordinanteseundem librum seeundum racionem etc. Die Erzählung von demdurch Mietlinge betrogenen Schatzgräber ist freilich stark abge-kürzt und entstellt, dafür ist aber die Überleitung (nur bei Possinusmitgeteilt) zur Geschichte vom unintelligenten Leser vorhanden:Decet tarnen hunc librum legentes cognoscere sermones et abscon-ditas interpretaciones, et qui legerit et eius sensum non cognoverit,erit sicut ille qui habet nuces etc. Ganz lückenhaft ist der Schlußdieses Prologs im griech. Original erhalten: den Abschnitt VIIkonnte Puntoni nur in einer nachträglichen, verstümmelten Notizam Rande der Hs. L 2 entdecken, und für Abschnitt VIII mußteer sich mit dem Abdruck der Ausschmückung durch den lat. Pos-sinus (Migne, Patr. graec, t. 143, col. 1233) begnügen.
Diese beiden Lücken füllt aber die von Puntoni nicht benützteHs. V 4 = Vatic. gr. 2098 aus, eine nach einem in Janina aufgefun-