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1/2 (1928) I. Der Novus Aesopus des Baldo. II. Eine lateinische Übersetzung der griechischen Version des Kalila-Buchs
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4 Beiträge zur lateinischen Erzählungsliteratur des Mittelalters.

stercorata), die man für einen fremden Zusatz halten möchte 1 ).Es zeigt sich ferner, daß unter den neuen Stücken zwei weitereBearbeitungen von Fabeln des Kelilabuchs (nr. 15 Floh und Laus,nr. 22 Wolf und Kamel) sich befinden, während zu der früheren Ent-lehnung aus einem der üblichen Aesop-Romulusbücher (nr. 23 Widderund Wolf) die Teile 24—26, 28, 35 getreten sind. Auf das Ke-lilabuch gehen demnach die Fabeln 1—22 und 27 zurück.

Zur metrischen Form hat bereits G. Paris a. a. 0. S. 213, n. 2das Wesentlichste gesagt: der Grleichklang der leoninischen Versekann sich auch auf die letzte, selbst unbetonte Silbe zweier Wörtererstrecken: agnouit : promit 7, partes : aptes 22. Es ist nicht nötig,Romanismen in dimissam : ipsam 29 (vgl. 35. 168. 206 etc.), cognoscit:possit 102 etc. zu sehen. Eher verraten den Romanen die Aus-gänge -x : -s : ferox : heros 396. 1146, atrox : agros 787, edax : predas788, felix-.eris 496, mediatrix : flagris 951, ferner -ns, ps: curans :scissuras 179, ducens: pulcx 420, gliscens : pisces 453; auceps : fauces551, preceps : demens 34.

Bemerkungen zur literarischen Form der Fabeln: 2 )

1) Bei dieser Annahme kommen wir zur Zahl von 3 5 Fabeln, die vonden älteren Zeugen versichert wird. Meine Zählung stimmt also ganz zu jenerin den Zitaten bei Hieremias de Montagnone (Hervieux, S. 34). Vgl. unseren Text1211/12 (in nr. 34), zitiert bei Hieremias: Baldo, Fabula XXXIV, quae estpenultima. Das Schlußstück aus dem Avianus in der Wiener Hs. (De viro ettigride, nr. 28 bei Hervieux, S. 377) wird gleichfalls Baldo abzusprechen sein,da es sich in der Heiligenkreuzer Hs. nicht vorfindet. Nicht bestätigt wird Her-vieux's Vermutung bezüglich der Einreihung der damals noch vermißten siebenFabeln: „U semble en re"sulter que les sept fables qui manquent dans ce ms.,prenaient, dans le recueil complet, rang avant celle De Mulo et Lupo qui est de-venue la vingt-septieme" (S. 35). Vgl. meine Konkordanztabelle.

2) Ich benutze folgende Abkürzungen (die Zitate beziehen sich, wenn nichtdie Nr. vermerkt ist, auf die betr. Seiten):

Chauvin = V. Chauvin, Bibliographie des ouvrages arabes. II. Kalilah. Liege—

Leipzig 1897.Benfey = Th. Benfey, Pantschatantra: Fünf Bücher indischer Fabeln, Märchen

und Erzählungen. Leipzig 1859.syr. = Kaiila und Dimna, syrisch und deutsch von Fr. Schultheß. II. Berlin 1911.ar. (Kn.) = Kaiila and Dimna, or the fables of Bidpai, translated from the

arabic by W. Knatchbull. Oxford 1819.ar. (W.) = Das Buch des Weisen des indischen Philosophen Bidpai. Aus dem

Arabischen von Ph. Wolff. Stuttgart 1839.Guidi = J. Guidi, Studij sul testo arabo del libro di Calila e Dimna. Roma 1873.a s p. = L'ancienne version espagnole de Kaiila et Digna p. p. Clifford G. Allen.

Mäcon 1906.gr. = 2r£<favix7]g %al ''I%vriXd.Tr\g p. da V. Puntoni. Firenze 1889.