Druckschrift 
Die vertauschten Köpfe : eine indische Legende
Entstehung
Seite
191
Einzelbild herunterladen
 

zusammenhängt. Lust, die göttliche Gauklerin,war es gewesen, die den Jünglingen am Bade-platze der Durgä, besonders aber dem be-geisterungswilligen Schridaman, Sita’s Leib soschimmernd schön, so ehrfurchtgebietend-an-betungswürdig hatte erscheinen lassen. Manmuß aber nur beobachten, wie froh und dank-bar die Freunde damals gewesen waren, als dieBadende das Köpfchen gewandt hatte und siegewahr worden waren, daß auch dieses lieblichwar nach Naschen, Lippen, Brauen und Augen,sodaß nicht etwa die süße Figur durch einhäßlich Gesicht um Wert und Bedeutung ge-bracht würde, — nur hieran muß man zurück-denken, um inne zu werden, wie sehr versessender Mensch nicht etwa erst auf das Begehrte,sondern auf das Begehren selber ist; daß ernicht nach Ernüchterung, sondern nach Rauschund Verlangen trachtet und nichts mehr fürchtet,als enttäuscht, das heißt: der Täuschung ent-hoben zu werden.