Druckschrift 
Die vertauschten Köpfe : eine indische Legende
Entstehung
Seite
165
Einzelbild herunterladen
 

mand soll sagen, daß sie so groß nicht gewesenwäre. Wohl war es mein erster Antrieb, euch zuverscheuchen aus meiner Menschenleere, aberauch das war ein Trieb, den ich verneine, undeine Versuchung, der ich zu widerstehen gewilltbin. Denn ist es Askese, die Menschen zu meiden,so ist es eine noch größere, sie bei sich auf-zunehmen. Ihr könnt mir glauben, daß euereNähe und der Lebensdunst, den ihr mit euchbringt, sich mir schwer auf die Brust legt undmir unliebsam die Wangen erhitzt, wie ihr sehenkönntet ohne die Aschentünche, mit der ich mirschicklicherweise das Gesicht bestrichen. Aberich bin bereit, eueren dunstigen Besuch zu be-stehen, besonders noch aus dem Grunde, weil,wie ich schon lange bemerkt habe, zu euererDreizahl ein Frauenzimmer gehört, des Wuchses,den die Sinne herrlich nennen, lianenschlankmit weichen Schenkeln und vollen Brüsten, ohja, oh pfui. Ihre Leibesmitte ist schön, ihrGesicht reizend und rebhuhnäugig und ihre

165