versiegelten Papieres, das er entgegennahm. „HerrnJohann Buddenbrook ssn. Persönlich ... Ein Mannvon eonäuits, dein Herr Stiefbruder, Jean! Habeich seinen zweiten Brief neulich überhaupt beant-wortet? Allein er schreibt einen dritten ..." Wäh-rend sein rosiges Gesicht sich mehr und mehr ver-düsterte, zerriß er mit einem Finger das Siegel,entfaltete rasch das dünne Papier, wandte sich schräge,daß die Schrift vom Kandelaber aus beleuchtet wardund führte einen energischen Schlag mit dem Hand-rücken darauf. Selbst in dieser Handschrift schienAbtrünnigkeit und Rebellion zu liegen, denn wäh-rend die Zeilen der Buddenbrooks sonst winzig, leichtund schräge über das Papier eilten, waren dieseBuchstaben hoch, steil und mit plötzlichem Druckeversehen; viele Wörter waren mit einem raschen,gebogenen Federzug unterstrichen.
Der Konsul hatte sich ein wenig seitwärts biszur Wand, wo die Stühle standen, zurückgezogen;aber er setzte sich nicht, da sein Vater stand, sondernerfaßte nur mit einer nervösen Bewegung eine derhohen Lehnen, während er den Alten beobachtete,der, den Kopf zur Seite geneigt, mit finsteren Brauenund schnell sich bewegenden Lippen las ...
„Mein Vater!
Wohl zu Unrecht verhoffe ich, daß Ihr Rechts-sinn groß genug sein wird, um die Entrüstungzu ästimieren, welche ich empfand, als mein zwei-ter, so dringlicher Brief in betreff der wohl