Hinsicht mißtraute. Zehn Postillone zu Pferde dem-nächst, in gelben Hosen und blauen Fräcken, die bliesen:„Wir winden dir den Jungfernkranz". Zwölf weißeJungfrauen sodann, die kleine Rosen und Ästchen vomLebensbaum auf die Straße streuten. Und endlich, ge-folgt von fünfzig gewaltig berittenen Handwerksmeistern,der sechsfach bespannte, sehr durchsichtige Brautwagen.Stolz streckte hoch droben auf dem mit weißem Sammetbehangenen Bock der rotgesichtige Kutscher im Tressenhutseine Gamaschenbeine, die langen Zügel mit ebenfalls aus-gestreckten Armen haltend; Stalldiener in Stulpen führtendie Schimmelpaare am Zaum, und zwei Lakaien ingroßem Staat standen der klirrenden Karosse hintenauf,in deren unzugänglichen Mienen niemand gelesen hätte,daß Durchstecherei und schleichendes Wesen ihrem All-tag nicht fremd waren. Doch hinter Glas und vergoldetemRahmen saß Jmma Spoelmann in Schleier und Kranz,eine alte Palastdame als Ehrendienst an der Seite. WieSchnee in der Sonne schimmerte ihr Kleid aus ge-stammtem Seidengewebe, und auf dem Schoße hielt sieden weißen Strauß, den Prinz Klaus Heinrich ihr eineStunde früher gesandt. Ihr fremdes Kindergesichtchenwar bleich wie die Perlen des Meeres, und unter demSchleier hervor fiel eine glatte Strähne blaufchwarzenHaares in ihre Stirn, während ihre Augen, so kohlschwarzund übergroß, über das wimmelnde Volk hin eine fließendeSprache führten. Jedoch was tobte, geiferte, lärmte zurSeite des Kutschenschlages? Es war Perceval, der Collie-hund, — so außer sich, wie man ihn noch niemals gesehen!Der Trubel, die Fahrt erregten ihn über das Maß, be-
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