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Königliche Hoheit : Roman
Entstehung
Seite
232
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„Aber Ihr Gedicht", sagte Klaus Heinrich, nicht ohneDringlichkeit. „Ihr Preisgedicht an die Lebenslust, HerrMartini! . . . Ich bin Ihnen aufrichtig verbunden fürIhre Ausführungen. Wollen Sie mir aber sagen . ..Ihr Gedicht, — ich habe es aufmerksam gelesen. Eshandelt einerseits von Elend und Schrecknissen, von desLebens Bosheit und Grausamkeit, wenn ich mich rechterinnere, und andererseits von dem Vergnügen am Weinund an schönen Frauen, nicht wahr. . ."

Herr Martini lächelte; hierauf rieb er sich mit Daumenund Mittelfinger die Mundwinkel, um das Lächeln zuvertreiben.

„Das alles", sagte Klaus Heinrich, „ist in der Ich-form abgefaßt, in der ersten Person, nicht wahr? Unddoch beruht es nicht auf eigenen Einblicken? Sie habennichts davon wirklich erlebt?"

„Sehr wenig, Königliche Hoheit. Lediglich ganz kleineAndeutungen davon. Nein, die Sache ist umgekehrt die,daß, wenn ich der Mann wäre, das alles zu erleben, ichnicht nur nicht solche Gedichte schreiben, sondern auchmeine jetzige Existenz von Grund aus verachten würde.Ich habe einen Freund, sein Name ist Weber; ein be-güterter junger Mann, der lebt, der sein Leben genießt.Sein Lieblingsvergnügen besteht darin, in seinem Auto-mobil mit toller Geschwindigkeit über Land zu sausen unddabei von Straßen und Äckern Bauerndirnen aufzulesen,mit denen er unterwegs — aber das gehört nicht hierher.Kurz, dieser junge Mann lacht, wenn er mich nur vonweitem sieht, so komisch findet er mich und meine Tätig-keit. Was aber mich betrifft, so begreife ich seine Heiter-

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