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Königliche Hoheit : Roman
Entstehung
Seite
207
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tagsstaat, das Haar mit Wasser geglättet, ein Gedichtauf der Lippe, und der dumpfe Bürger wurde in Geh-rock und Zylinder sein selber mit Rührung bewußt. Abernicht er nur, Klaus Heinrich, sah die Welt in diesemLichte, sondern sie selbst sah sich so, für die Dauer seinerAnwesenheit. Eine seltsame Unechtheit und Scheinbarkeitherrschte auf den Stätten seiner.Berufsübung, eine eben-mäßige, bestandlose Ausstattung, eine falsche und herz-erhebende Verkleidung der Wirklichkeit aus Pappe undvergoldetem Holz, aus Kranzgewinden, Lampions, Dra-perien und Fahnentüchern war hingezaubert für eineschöne Stunde, und ec selbst stand im Mittelpunkte desSchaugepränges auf einem Teppich, der den nackten Erd-boden bedeckte, zwischen zweifarbig bemalten Masten, umdie sich Girlanden schlangen, stand mit geschloffenen Ab-sätzen im Drifte des Lacks und der Tannenreiser undstemmte lächelnd seine linke Hand in die Hüfte.

Er legte den Grundstein eines neuen Rathauses. DieBürgerschaft hatte durch gewisse Finanzmanöver die er-forderliche Geldsumme aufgebracht, und ein gelernterArchitekt aus der Hauptstadt war mit dem Bau beauf-tragt worden. Aber Klaus Heinrich nahm die Grund-steinlegung vor. Er fuhr unter dem Jubel der Be-völkerung vor der prächtigen Baracke an, die man amBauplatz errichtet hatte, stieg mit leichten und beherrschtenBewegungeil arrs dem offenen Wagen auf den gewalzten,mit feinem gelbem Sande bedeckten Erdboden hinab undschritt ganz allein arrs die amtlichen Herren in Frack undweißer Binde zu, die ihn am Eingang erwarteten. Erließ sich deir Architekten vorstellen und führte mit ihm,

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