Druckschrift 
Königliche Hoheit : Roman
Entstehung
Seite
204
Einzelbild herunterladen
 

Adjutanten zu. Es ist ferner wohl nötig, daß man deinmilitärisches Avancement beschleunigt. Du bist Oberleut-nant? Du wirst zum Hauptmann ernannt werden, —oder gleich zum Major a la suite deines Regiments . . .Ich werde das veranlassen. Drittens aber wünsche ichunserem Arrangement den nötigen Nachdruck zu geben,deine Stellung an meiner Seite gebührend zu kenn-zeichnen, indem ich dir den Titel .Königliche Hoheit" ver-leihe. Es waren Formalitäten zu erledigen ... Knobels-dorff ist schon fertig damit. Ich werde meine Entschlüssein die Form zweier Schreiben an dich und an meinenStaatsminister kleiden. Knobelsdorff hat sie übrigens beideschon entworfen . . . Du nimmst an?"

„Was soll ich sagen, Albrecht. Du bist Papas ältesterSohn, und ich habe immer zu dir emporgeblickt, weil ichimmer gefühlt und gewußt habe, daß du der Vornehmereund Höhere bist von uns beiden und ich nur ein Plebejerbin, im Vergleich mit dir. Aber wenn du mich würdigst,an deiner Seite zu stehen und deinen Titel zu führen unddich vorm Volk zu vertreten, obgleich ich mich gar nichtso präsentabel finde und diese Hemmung hier habe, mitmeiner linken Hand, die ich immer verstecken muß, —dann danke ich dir und stehe dir zu Befehl."

„So darf ich dich bitten, mich jetzt zu verlassen. Ichbin ruhebedürftig."

Sie gingen einander, der eine vom Schreibtisch, derandere vom Büchertisch, auf dem Teppich bis zur Mittedes Zimmers entgegen. Der Großherzog reichte seinemBruder die Hand, — seine magere, kalte Hand, die erdicht an der Brust ausstreckte, ohne auch nur den Unter-