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Königliche Hoheit : Roman
Entstehung
Seite
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„Nein, Albrecht, wo denkst du hin! Ich fahre mit dirins Schloß, wenn es dir angenehm ist. Ich bin selbstver-ständlich zu deiner Verfügung."

Dies war die Einleitung zu einer bemerkenswertenUnterredung zwischen den jungen Fürsten, deren Ergebniswenige Tage darauf im „Staatsanzeiger" veröffentlicht undallgemein mit Beifall ausgenommen wurde.

Der Prinz begleitete den Großherzog ins Schloß,durch das Albrechtstor, über steinerne, breitgeländrigeTreppen, durch Korridore, wo offene Gasflammen brann-ten, und schweigende Vorzimmer, zwischen Lakaien hin-durch in Albrechts „Kabinett", wo der alte Prahl die beidenbronzenen Petroleumlampen auf dem Kaminsims ange-zündet hatte. Albrecht hatte das Arbeitszimmer seinesVaters übernommen, — es war immer das Arbeits-zimmer der regierenden Herren gewesen und lag im erstenStockwerk zwischen einem Adjutantenzimmer und demim täglichen Gebrauch befindlichen Speisesaal, gegen denAlbrechtsplatz, den die Fürsten von ihrem Schreibtischaus stets überblickt und überwacht hatten. Es war einaußerordentlich unwohnlicher und widerspruchsvollerRaum, ein kleiner Saal mit einer zersprungenen Decken-malerei, rotseidener, in vergoldete Leisten gefaßter Tapeteund drei bis zum Fußboden reichenden Fenstern, durchdie es empfindlich zog und vor denen jetzt die weinroten,mit Krepinen geschmückten Vorhänge geschlossen waren.Es hatte einen falschen Kamin im Geschmack des fran-zösischen Kaiserreichs, davor ein Halbkreis von kleinen mo-dernen gesteppten Plüschsesseln ohne Armlehnen angeordnecwar, und einen überaus häßlich ornamentierten weißen

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