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Gegenwärtig doppelt ausgefertigter und von den beiderseitigenBevollmächtigten unterzeichneter Handels- und Zoll-Vertrag soll denbeiden contrahirenden Höfen unverzüglich zur Ratifikation vor-gelegt und die Ratifikations-Urkunden sollen längstens binnen6 Wochen in Stuttgart gegeneinander ausgewechselt werden. 5
So geschehen Stuttgart, den 13. Mai 1824.
[Folgen die Unterschriften. /
Am gleichen Tage wurde ein ganz ähnlicher Vertrag mit Hohenzollern-
Sigmaringen abgeschlossen; beide wurden in Württemberg am 28. Juli 1824veröffentlicht. Das waren die ersten Zollverträge zwischen Staaten des deutschen 10Bundes in Süddeutschland. Ihnen folgte am 28. Januar 1828 der Zoll'vereins-vertrag /.wischen Württemberg-Hohenzollern und Bayern, am 14. Februar 1828der zwischen Preussen und Hessen-Darmstadt, am 22. März 1833 der Vertragüber den deutschen Zollverein.
45. Tübinger Adresse an den Ausschuss der Ständekamnier. 15
1848 März 2.Nach dem Abdruck in der Schwäbischen Kronik vom 7. März 1848.
Hochansebnlicber ständischer Ausschuss! Der Sturm, der indie Zeit gefahren ist, hat die politischen Zustände Deutschlandsin ihrer ganzen unseligen Gestalt Allen erkennbar blos gelegt. Es 20ist nöthig in dieser bewegten Zeit, dass Deutschland gerüstet da-stehe, nicht um herauszufordern, gewiss aber zu Schuz und Schirmseiner Grunzen. Allein es soll die Rüstung anlegen, den wandenFleck auf der Brust. Jetzt eben schmerzt er tief, und es thut Noth,dass er rasch geheilt werde. Auf die Verbesserung jener Zustände 25von Grund aus hinzuwireken, dazu spornt jezt nicht lediglich diegute Gelegenheit, das Eisen zu schmieden, so lang es glüht, esdrängt dazu vor Allem ein Zwiespalt des öffentlichen Gewissens,der seine Lösung verlangt, eine Forderung der Volksehre, welcheBefriedigung heischt. Einem Volke, das von der heiligen Pflicht 30durchdrungen ist, seinem viclgcfährdeten Boden nicht eine Spanneweiter entreissen zu lassen, mangelt die Sicherheit, dass es nichtals Werkzeug diplomatischer Verwicklungen die Waffen ergreife;versagt ist ihm das begeisternde Bcwusstseyn für eine auch politischwürdige Stellung unter den gesitteten Völkern mit Gut und Blut 35einzutreten.
Das grosse Grundgebrechen unseres deutschen Gesammtvater-landes lässt sich in wenige Worte fassen; es fehlt die volksmässigeGrundlage, die freie Selbstthätigkeit des Volkes, die Mitwirkung