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2 (1878)
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(Suppl.) Lac.

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niemals direet berührt werden darf. Nach dem Erkalten wägt man: derVerlust ist Wasser, der Rest Trockensubstanz; letztere zieht man nach demVerreiben mit einem Glasstabe drei bis viermal mit absolutem Aether aus undtrocknet abermals: der Verlust ist das Fett. Bei einiger Uebung erhältman, so auffallend es bei der kleinen Menge angewandter Substanz erscheinenmag, sehr befriedigende Resultate.

Was die mineralischen Stoffe anbetrifft, so werden der Milch häufigSalze zugesetzt, die, weit entfernt eine Fälschung zu bezwecken, lediglich dieWaare haltbarer machen, in diesem Falle wird der Durchschnittsgehalt von0,7 Proc. Salzsubstanz übertroffen. Solche Zusätze sind besonders Natronbicarbonatund Borax, deren Anwesenheit (nach Hosaeus ), ohne eine Veraschung vor-nehmen zu müssen, erkannt werden, wenn man zu 100 CO. Milcli 0,1 Gm.Weinsäure fügt, durchschüttelt und erhitzt. Gerinnt die Milch nicht, so lässtdas auf die angeführte Beimengung schliessen.

Die condensirte Milcli ist bekanntlich eingedickte Milch, deren Haltbarkeitdurch Zuckerzusatz erreicht wird. Die Analyse erstreckt sich auf die Be-stimmung von: Milchzucker, Rohrzucker, Fett, Eiweissstoffe, Salze und Wasser.

Brunner und Brandenburg geben folgende Anleitung zur Analyse:

1. Milchzuckerbestimmung. Die einfachste Bestimmung ist diejenigemit kalischer Kupferlösung. Ist ein Ueberschuss der Zuckerlösung angewendet,so färbt sich die Flüssigkeit gelb, ist nicht genügend zugesetzt, so bleibt sieblau gefärbt. Zum Erkennen der Endreaction hat man die Tupfprobe mit essig-saurer Ferrocyankaliumlösung vorgeschlagen, d. h. man lässt von Zeit zu Zeit diesiedende Flüssigkeit sich absetzen, nimmt mit einem Glasstabe behutsam einenTropfen heraus und lässt ihn in einen Tropfen mit Essigsäure angesäuerter Ferro-cyankaliumlösung fliessen, der sich auf einer Porzellanplatte befindet; tritt eineBräunung von entstandenem Ferrocyankupfer ein, so muss noch bis zum Ver-schwinden dieser Reaction Zuckerlösung zugesetzt werden.

Brunner giebt einer anderen, entschieden sicheren Endreaction den Vorzug,welche auf der Färbung beruht, welche Alkalien den Glykosen und dem Milch-zucker mittheilen. Man filtrirt von Zeit zu Zeit etwas von der siedendenFlüssigkeit durch ein ganz kleines Sternfilter in ein Reagensglas und siehtdann von oben durch die etwa 4 Centimeter hohe Flüssigkeitsschicht, einStück weisses Papier unter dem Glase haltend: die Flüssigkeit muss farblos sein;bläuliche Farbe deutet auf ungenügenden, gelbliche auf zu reichlichen Glykose-zusatz. Im ersten Falle giebt man natürlich das Filtrat wieder zur kaiischenKupferlösung, im letzteren muss eine neue Probe angestellt werden.

Zur Bestimmung des Milchzuckers löst man 5,0 condensirter Milch in ca.60,0 Wasser und versetzt zum Ausfällen des Case'ins, Fettes etc. mit 15Tropfen Bleiessig, erhitzt zum Sieden, giebt auf ein Sternfilter und wäschteinige Male mit heissem Wasser aus; fügt zum Filtrat einige Tropfen Natron-carbonatlösung, um überschüssiges Blei auszufällen und verdünnt, ohne zufiltriren, auf 500 CC. Diese durch Bleicarbonat etwas trübe Flüssigkeit wirdin eine Bürette gefüllt und damit die siedende kaiische Kupferlösung titrirt.Für eine gute condensirte Milch werden 50 bis 55 CC. dieser Zuckerlösungzur Reduction ausreichen. Die einfache Rechnung ergiebt sich aus folgendemBeispiel:

Zur Reduction wurden 52 CC. Zuckerlösung verbraucht, welche daher0,0811 Gm. Milchzucker enthalten. Die gesammten 500 CC. der Lösung oder5,0 Gm. condensirte Milch enthalten daher: 52 : 0,0811 = 500 : x, also 0,779

Hager, Pharm ac. Praxis. II. 85