Campliöra. — Caragakeen. — Cerevisia. 1327
abkühlen, giebt in die Retorte 120,0 Petrolbenzin und giesst nun dieLösung in ein Becherglas, welehes etwas warmes Wasser und einige Stückchenreinen weissen Marmors enthält. Durch Umrühren sucht man die Kristallisationzu stören und stellt dann einen Tag bei Seite. Dann sammelt man die Kry-stalle in einem Trichter, wäscht sie hier deplacirend mit Petroläther ab undreinigt sie durch Umkrystallisiren aus Weingeist oder Petrolbenzin und Ab-waschen mit Petroläther. Ausbeute circa 130,0 ( Maisch ). Man kann daszuerst aus Weingeist krystallisirte Kampfermonobromid auch mit Natroncar-bonatlösung waschen und durch Umkrystallisiren aus Weingeist reinigen.
Eigenschaften. Kampfermonobromid bildet luftbeständige, farblose, je nachdem. Auflösungsmittel, aus welchem es krystallisirte, prismatische Krystalle,Nadeln, Plättchen, nach Kampfer riechend und schmeckend, leicht löslich inWeingeist, Aether, Chloroform, in weniger denn gleichviel heissem Petrol-benzin, etwas löslich in Glycerin, unlöslich in Wasser. Beim Erwärmen ver-flüchtigt es sich langsam, bei 65° schmilzt es, bei 270° siedet es unter theil-weiser Zersetzung. Beim Kochen in einer Silbernitratlösung wird es unterAbscheidung von Silberbromid zersetzt.
Aufbewahrung. In dicht geschlossener Glasflasche, vor dem directenSonnenlicht geschützt.
Anwendung. Kampfermonobromid scheint hypnotisch, besonders auf dasGehirn zu wirken. Man giebt es zu 0,1—0,2—0,4 einige Male täglich beiSchweratlimigkeit, Epilepsie, Hysterie, llemicranie, Cephalalgie, Chorea, Harn-zwang, Stuhlzwang etc., zu 2,0—3,0 pro die bei Delirium tremens. Die Heil-erfolge sollen nach Angabe einiger Aerzte zweifelhaft sein. Als Gegengift desStrychnins sollen 1,0—2,0 zwei- bis dreimal zu geben sein.
In Frankreich giebt man es in Capsules oder Pastillen, deren jede 0,1Kampfermonobromid enthält.
Caragalieen, Fucus crispns, Sceinoos liefert das Material zu dem
Cataplasma pcrfectum, Cataplasma siceatum e Fuco crispo, Cataplasuie in-stantane , einem von Lelievke in Paris in den Handel gebrachten Präparate.Es ist von der Dicke dünner Pappe oder dickeren Kartenpapiers, ein Watten-sttick durchtränkt und bedeckt mit dem trocknen Schleime der Meeralgen.Eine Platte dieses Fabrikats wird zum Gebrauch 15—20 Minuten in heissemWasser (von 80 bis 90° 0.) aufgeweicht, als Kataplasma aufgelegt und mitGuttaperchapapier bedeckt. Zur Darstellung wird ein Quadratmeter Watteauf einer Hürde aus Spanischem Kohr ausgebreitet und mit einem concentrirtenCaragaheenaufguss überdeckt. Dann legt man eine zweite ähnliche PlatteWatte darauf und sucht durch anfangs sanftes, später stärkeres Drücken undStreichen mit einer Bürste die Durchtränkung beider Wattenschichten mit demSchleime zu ermöglichen. Diese Platte wird getrocknet und hin und wiederzwischen zwei verzinnten Eisenblechen gepresst, um daraus eine Platte vonder Dicke eines starken Kartenpapiers zu formen.
Cerevisia, Bier. Zur Bestimmung des Glycerins und Hopfenharzes(Lupulins) verdampft Gkiessmayek 300 CC. des Bieres in der Wärme desWasserbades auf den dritten Theil des Volumens ein und schüttelt die erkalteteFlüssigkeit zweimal mit je 200 CC. Petroläther aus. Dieser löst das Hopfen-harz, welches sich jedoch bei längerem Stehen der Lösung wieder abscheidet,