Butyrum. 1325
auf 50 bis 60° C., setzt einen Kork auf den Kolben und schüttelt kräftig um.Der Weingeistgehalt verhindert ein Schäumen der Flüssigkeit und befördertdie Verseifung. Nach einigen Augenblicken der Ruhe beobachtet man geson-derte Fetttheile, wenn die Verseifung noch nicht vollendet ist, und in diesemFalle ist auch die so eben durchschüttelte Flüssigkeit trübe. Man öffnet denKolben, erhitzt über einer Flamme (stets unter sanfter Bewegung <les Kolbens)bis zum Aufkochen, verschliesst den Kolben wieder und schüttelt ihn (mit einemTuche umhüllt) möglichst kräftig. Hiermit ist die Verseifung gewöhnlich vollendet.Wären noch einige Fettkügelchen auf der ruhenden Flüssigkeit vorhanden, somtisste die so eben bemerkte Operation noch einmal wiederholt werden. Dievolle Verseifung kann innerhalb 6—8 Minuten geschehen sein. Bei Gegen-wart von echtem Butterfett tritt bei der Verseifung der angenehme Geruchnach Butteräther auf. Nach vollendeter Verseifung ist die agitirte Flüssigkeitvöllig klar und gleichförmig.
IV. Zersetzung der Seife. Die noch warme Seifenlösung giesst manin ein circa 8 Ctm. hohes und 5,5 Ctm. weites Becherglas und spült den Kolbenmit 45 proc. Weingeist nach. Das Becherglas mit Inhalt erwärmt man imWasserbade oder sonst an einem erwärmten Orte, um den Weingeist, ohne dassein Kochen stattfindet, soviel als möglich abzudunsten, was durch den Geruchleicht zu bemessen ist. Ein Gehalt von 2— 3 CC. Weingeist ist bei den weite-ren Manipulationen nicht hinderlich. Nachdem der Weingeist abgedunstet ist,versetzt man die warme Seifenlösung mit etwas warmem Wasser und dannunter Umrühren mit einem Glasstabe mit 20,0 vorher erwärmter verdünnterSchwefelsäure (1 : 5 Aq.), giebt dann noch soviel warmes Wasser dazu, dasssich das Niveau der Flüssigkeit 2 Ctm. vom äussersten Rande des Becherglasesentfernt befindet und stellt an einen warmen Ort oder in ein Wasserbad, umin der Ruhe die Abscheidung des Fettes zu begünstigen. Ist diese Scheidungerfolgt, schwimmt eine klare Fettschicht auf der klaren wässrigen Schicht, sogiebt man 5,0 altes, d. h. sicher trocknes, weisses Wachs, oder auch reinesgelbes Wachs, Paraffin etc. hinzu, erwärmt bis zur Schmelzung und stellt aneinen kalten Ort, den Glasstab im Becherglase belassend.
Das Verdampfen des Weingeistes aus der Seifenlösung ist nothwendig,denn bei der Zersetzung der weingeisthaltigen Seifenlösung mit Schwefelsäuregeht der grösste Theil der in Wasser löslichen Fettsäuren in den verdünntenWeingeist über und diese Lösung löst wiederum Spuren der nicht in Wasserlöslichen Fettsäuren.
V. Beseitigung der in Wasser löslichen Fettsäuren. Da dieseSäuren viel Wasser zur Lösung erfordern, aber in einem 20—23 proc. Wein-geist leicht löslich sind, dieser Weingeist die nicht löslichen Fettsäuren unbe-rührt lässt, so genügt für den Zweck ein Auswaschen mit einem Weingeist,welcher aus 25 CC. 90proc.- Weingeist und 75 CC. Wasser gemischt ist.
Nach dem Erkalten hebt man am Glasstabe den Fettkuchen behutsam ausdem Becherglase, giesst die wässrige Flüssigkeit aus, ersetzt sie durch jenenverdünnten Weingeist, giebt den Fettkuchen mit Glasstab dazu und stellt aueinen warmen Ort oder in ein Wasserbad und erhitzt so weit, dass ein ge-lindes Kochen eintritt, welches man an der sanften Bewegung der Fettschichterkennt. Man lässt diese Kochung ca. 8 Minuten dauern und stellt an einenkalten Ort. Nach dem Erkalten hebt man den Fettkuehen wieder ab, giesstdie Flüssigkeit aus, ersetzt sie nochmals durch jenen verdünnten Weingeist,giebt den Fettkuchen dazu und erhitzt nochmals wie vorhin. Damit sind diein Wasser löslichen Fettsäuren vollständig aus dem Fette extrahirt.
VI. Trocknung und Wägung der nicht in Wasser löslichenFettsäuren. Den Fettkuchen trocknet man durch Betupfen mit Fliesspapier