der Wärme des Wasserbades nicht flüchtigen, in Wasser nicht löslichenFettsäuren.
Hehner stellt nun den Satz auf, dass jedes Butterfett als ein verfälschteszu erachten ist, welches mehr denn 88 Proc. nicht flüchtiger Fettsäuren aus-giebt. (Weit sicherer geht man, 89 Proc. statt 88 anzunehmen.) Das Ver-fahren ist streng und mit aller Sorgfalt auszuführen, um nicht zu unrichtigenResultaten zu gelangen. Hehner sagt:
Man wäge das kleine, das fragliche Butterfett enthaltende Bechergläschenund nehme sodann mittelst eines Glasstabes ungefähr 3,0 oder 4,0 heraus, diein eine 10 Ctm. im Durchmesser messende Abdampfschale gebracht werden;der Glasstab mit dem daran klebenden Fette kommt gleichfalls in die Schale.Das Bechergläschen wird wieder gewogen und so die angewandte Butterfett-menge genau in Erfahrung gebracht. Man füge nun zum Fette 50 CC. Wein-geist und ein 1,0 bis 2,0 wiegendes Stückchen reines Aetzkali. Der Wein-geist wird auf dem Wasserbade mässig erwärmt, wobei sich das Butterfett, be-sonders beim Umrühren, mit Leichtigkeit zu einer klaren, gelben Flüssigkeitlöst. Man erwärme ungefähr 5 Minuten und füge sodann tropfenweise destil-lirtes Wasser zu. Entsteht hierdurch eine Trübung von ausgeschiedenem un-zersetztem Fett, so erhitzt man etwas länger, bis weiterer Zusatz von Wasserdie Flüssigkeit nicht mehr trübt. Die Yerseifung ist dann vollendet. Solltedurch unvorsichtigen Wasserzusatz sich Fett in öligen Tropfen, die sich nichtleicht in dem nun zu verdünnten Weingeist wieder lösen, ausgeschieden haben,so muss man entweder fast zur Trockne verdampfen und durch erneuerten Wein-geistzusatz lösen, oder besser man beginnt den Versuch mit einer neuen Butter-menge. Geschieht die Verdünnung mit Wasser nur einigermaassen vorsichtig,so wird eine solche bleibende Ausscheidung von Fett nicht leicht vorkommen.
Die klare Seifenlösung wird zur Entfernung des Weingeistes auf demWasserbade bis zur Syrupconsistenz eingedampft, sodann der Rückstand in100—150 CC. Wasser gelöst. Zu der klaren Flüssigkeit setzt man nun ver-dünnte Salz- oder Schwefelsäure, bis zur stark sauren Reaction. Hierdurchscheiden sich die unlöslichen Fettsäuren als käsige Masse ab, welche zumgrössten Theile rasch zur Oberfläche steigt. Das Erhitzen wird fortgesetzt,bis die Fettsäuren zu einem klaren Oele geschmolzen sind und die saurewässerige Flüssigkeit sich fast völlig geklärt hat.
Mittlerweile hat man im Wasserbade ein 10 bis 12 Ctm. Durchmessergrosses Filter vom dichtesten schwedischen Filtrirpapier getrocknet. Das Filtrir-papier muss von der besten Qualität und so dicht sein, dass selbst heissesWasser nur tropfenweise davon durchgelassen wird. Gewöhnliches Filtrirpapierlässt leicht die zu filtrirende Flüssigkeit trübe durchlaufen. Man wäge einkleines Bechergläschen, ferner eine Filterröhre, und drittens Filterröhre plusFilter. So erhält man das Gewicht des Filters plus Bechergläschen.
Das gewogene Filter wird dicht in einen Trichter angelegt, gehörig be-feuchtet und halb mit Wasser gefüllt; dann giesst man aus der Schale diewässrige Flüssigkeit und das geschmolzene Fett auf und wäscht die Schaleund Glasstab mit ganz kochendem Wasser. Es hat keine Schwierigkeit, allesFett auf das Filter zu bringen, so dass die Schale nicht mehr im Geringstenfettig erscheint. Zur Beruhigung kann man sie aber mit Aether waschen unddie so erhaltene Flüssigkeit nachher zu den Fettsäuren fügen. Gewöhnliehbeträgt jedoch die mit Aether aufgenommene Fettmenge weniger als 0,001 Gm.
Die Fettsäuren werden auf dem Filter mit kochendem Wasser sorgfältiggewaschen. Man fülle den Trichter nie mehr als bis zu zwei Dritteln voll.Wenn das Filtrat mit empfindlicher Lakmustinktur geprüft, nicht mehr sauer