Blafta. — Bromum. — Butyrum. 1321
Sie sind über 2 Ctm. lang, röthlich- bis schwarz -braun. Von den kleinen,etwas über 1 Ctm. langen Deutschen oder Haus-Schaben ( Blatta Germanica),unterscheiden sie sich genügend durch ihre Grösse. Die billige DeutscheWaare ist von derselben Wirksamkeit wie die theure Russische.
Aufbewahrung. Man bewahrt sie als feines und grobes Pulver in dichtgeschlossenem Glasgefäss.
Bestandtheile. Nach Bogomolow enthalten diese Schaben einen krystal-linischen Stoff, welcher mit dem Namen Antihydropin oder Taracanin belegt ist.
Anwendung. Die gemeine Schabe besitzt diuretische Wirkung und istdaher in Russland schon seit langer Zeit als Hausmittel, in neuerer Zeit auchvon Aerzten gegen Wassersucht angewendet worden. Man giebt sie zu 0,1—0,2—0,5 drei- bis fünfmal täglich in Pulver, kaltem Aufguss, Tinctur.
Tinctnra Blattae (mentalis wird durch Digestion aus 1 Th. des gro b-gepulverten Insects und 5 Th. verdünntem Weingeist dargestellt.
BromnIii chloratum (s. unter Bromum) wird auch innerlich (0,15 in50,0—60,0 Wasser oder Syrup) bei Bronchialasthma der Kinder angewendet.
Butyrum, Butter. Die Untersuchung der Butter auf Talggehalt undKunstbuttergehalt ist unter Sebum angegeben. Eine sehr rationelle undscharfe chemische Untersuchungsmethode ist in neuerer Zeit von Hehner auf-gefunden. Ehe man jedoch an die Ausführung dieser ilehneß 'schen, oder dervon Hager modificirten Hehner 'sehen Methode herantritt, ist es rathsam, dieunter Kunstbutter (Bd. II, S. 941, 942) angegebene Probe mit dem verglim-menden Dochte, welcher mit dem fraglichen Butterfette getränkt ist, vorzu-nehmen, da durch diese Probe eine Kunstbutter oder Talg enthaltende Buttermit aller Sicherheit erkannt wird. Ob nun die angebliche Kuhbutter mitKunstbutter versetzt oder nur Kunstbutter ist, bleibt polizeilicherseits eineirrelevante Frage, indem in dem einen wie in dem anderen Falle ein Betrugvorliegt und das Maass der Strafe nicht nach dem Gehalt der Butter anNicht -Butterfett bemessen wird. Da nun aber möglicher Weise zur Verfälschungder Butter Fettsubstanzen, die nicht Rindertalg sind, Verwendung findenkönnten, z. B. Schweinefett, so würde nur die hehner 'sche Methode derUntersuchung Aufschluss geben können. Wenn also ein Talggehalt durch dieDochtprobe nicht erwiesen ist, so schreite man zu einer der hier folgendenMethoden der Untersuchung. Eine Verfälschung der Butter mit Schweinefettdürfte übrigens kaum vorkommen.
Hehner's Methode basirt auf der Thatsache, dass das reine Kuhbutter-fett neben 6—7 Proc. flüchtigen und in Wasser löslichen Fettsäuren 85—87,24Proc., andere Fette aber mindestens 95,5 Proc. nicht flüchtige und in Wassernicht lösliche Fettsäuren enthalten. Die Methode erfordert folgende Experi-mente. — 1. Absonderung und Filtration des Butterfettes, — 2. Verseifungdesselben, — 3. Zersetzung der Seife durch Salz- oder Schwefelsäure, —4. Trennung der abgeschiedenen Fettsäuren einerseits und Trennung der inWasser nicht löslichen Fettsäuren von den in Wasser löslichen und flüchtigen(Buttersäure, Capronsäure, Caprinsäure), — 5. Trocknung und Wägung der in