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2 (1878)
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1205
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und krystallinischem Gefiige. Bei der mikroskopischen Untersuchung desHarnsediments findet man das Cystin in Form farbloser durchsichtiger sechs-seitiger tafelförmiger Krystalle, also in einer Form, in welcher auch die Harn-säure zuweilen krystallisirt. Der Nachweis des Cystins muss also auch aufchemischem Wege geschehen.

Cystin ist ein geruch- und geschmackloser, neutraler, in Wasser undEssigsäure nicht löslicher, in den Lösungen der ätzenden und kohlensaurenAlkalien und des Ammons leicht löslicher Körper, welcher aus seiner Lösung imHarne oder seiner alkalischen Lösung durch Essigsäure abgeschieden wird,keine Murexidreaction giebt, beim Kochen seiner Lösung in Aetzkalilauge nachZusatz von Ble:salz Schwefelblei abscheidet, beim Erwärmen der Lösung inAetzlauge auf Zusatz von Kaliumnitroprussld die bekannte violettfarbige Schwefel-reaction liefert.

Um die Gegenwart des Cystins in einem Harnsedimente zu constatiren,löst man etwas des Harnsediments in einigen Tropfen Aetzlauge, giebt ein biszwei Tropfen davon auf den Stiel eines silbernen Löffels und erhitzt allmählichbis zum Kochen. Es entsteht bei Gegenwart von Cystin ein schwarzer Fleck(Silbersulfid), welcher beim Waschen und Reiben mit Aetzammon nicht ver-schwindet.

IV. Xanthin schliesst sich dem Cystin als Ursache zur Bildung vonIlarnconcrementen und Nierenstein an, kommt aber höchst selten in Harnsedi-menten vor, worin es sich unter dem Mikroskop durch seine wetzsteinförmigenKrystalle, welche Form aber auch die Harnsäure annimmt, zu erkennen giebt.Von der Harnsäure unterscheidet es sich durch seine Löslichkeit in warmemWasser und Salzsäure. Aus der wässrigen Lösung scheidet es amorph, aus

Fig. 317. Cystin aus einem Harnstein, aus Aetz- Fig. 318. Xanthin, «. im Harnsecliment, b aus derammon umla'ystallisirt (nach. HEUBAUER salzsauren Lösung krystallisirt.

und VOGEL).

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