Druckschrift 
2 (1878)
Entstehung
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1105
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Tamarindus. 1105

Aufbewahrt wird das rohe Tamarindenmus in Steingefässen oder dichtenKästen in der Materialkammer.

Vauqueun fand in 100 Th. Tamarinden: 12,5 Zucker, 4,7 Gummi, 6,2Pektinsäure, 9,4 Citronensäure, 1,5 Weinsäure, 3,2 Weinstein, 0,4 Aepfelsäure,31,2 Pflanzenfaser, 30 Wasser.

Pulpa Tamarindornni deporata, gereinigtes Tamarindenmns. Ein gutes,von Kupfer freies, rohes Tamarindenmus setzt man nach Zusatz einergleichen Menge heissen gemeinen Wassers unter öfterem Umrühren solange beiseite, bis es gleichmässig aufgeweicht ist. Alsdann schlägt manes unter Beihülfe eines hölzernen Spatels durch ein Haarsieb, bringt die diinn-breiige Masse durch Abdampfen in einem porcellanenen Gefässe im Dampf-bade zur Consistenz eines dickeren Extractes und mischt je 6 Theilen desnoch warmen Muses 1 Theil besten gepulverten Zucker hinzu.

Da das Tamarindenmus eine nicht unbedeutende Menge freier Säure ent-hält, so sind nothwendig alle metallenen Gefässe und Geräthschaften, beson-ders solche aus Kupfer und Eisen zu vermeiden. Auch Zinn geht in dasTamarindenmus über. Allein passend sind Gefässe von Porcellan oder Stein-gut. Zu bemerken ist, dass rohes Tamarindenmus nicht nothwendig gekochtwerden muss, es vielmehr schon durch Mischen und Digestion mit einer iy 2 -fachen Menge heissem Wasser vollkommen aufgeschlossen und breiig wird.Die Dichte des Haarsiebgeflechtes entspricht den Haarsieben zu gröblichen Pul-vern. Das Eindampfen und Eindicken des Muses geschieht im Wasserbadeunter beständigem Umrühren mit einem hölzernen Spatel und in tarirter Por-eellanschale. Wenn das Mus noch heiss eine weiche Extractconsistenz dar-bietet, wird es mit 1 / 6 seines Gewichts gepulvertem Zucker vermischt, nocheine Viertelstunde abgedampft und erkalten gelassen. 10 Th. Tamarindengeben circa 15 Th. zuckerhaltiges Mus. Die Consistenz des Tamarindenmusessoll gehörig steif sein, im entgegengesetzten Falle neigt es zum Schimmeln.

Eigenschaften. Das gereinigte Tamarindenmus ist schwarzbraun und vonangenehmem saurem Geschmack.

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Aufbewahrung. Man bewahrt das gereinigte Tamarindenmus an einemtrocknen kühlen Orte in mit Papier tectirten Stein- oder Porcellantöpfen auf. Beidichter Tectur schimmelt es gemeiniglich. Uebrigens darf die Tectur nichteher aufgelegt werden, als bis das Mus im Topfe völlig erkaltet ist. Nachjedesmaligem Einfassen giebt man ihm eine gleiche Oberfläche, damit im Falledes Schimmeins die Schimmeldecke leicht abgenommen werden und der Restdurch weiteres Eindampfen verbessert werden kann. Die Conservirung desTamarindenmuses könnte durch Zusatz von Glycerin statt Zuckers um vielesgefördert werden. Ein kleiner Zusatz von Salicylsäure wäre hier nicht nach-theilig und würde das lästige Schimmeln bedeutend zurückhalten. Nacheiniger Zeit verliert es an Süsse, insofern der zugemischte Rohrzucker in Trau-benzucker übergeht.

Anwendung. Das Tamarindenmus wirkt erfrischend, kühlend und gelinderöffnend. Das rohe Mus wird gewöhnlich in der Abkochung, das gereinigtein Mixturen gelöst zu 5,010,015,0 mehrmals täglich gegeben, auch imSlystier angewendet.

Ha ger , Pharmac. Praxis. II. 70